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29.11.2011

Bayer dank Ballack auf dem Weg nach oben

Er sorgte mit seiner Äußerung für Aufsehen. Kritik hagelte es von allen Seiten. Die Kritiker verstummten jedoch schnell, denn er gab die richtige Antwort auf dem Platz – Bayers Mittelfeld-Stratege Michael Ballack.

„Derzeit habe ich wenig Überlegungen dahingehend, dass ich meinen Vertrag verlängern will. Im Moment gehe ich davon aus, dass es meine letzte Saison bei Leverkusen sein wird“, sagte Ballack, dessen Kontrakt zum Saisonende ausläuft, dem Pay-TV-Sender Sky und erntete Unverständnis ob des gewählten Zeitpunktes vor den richtungsweisenden Spielen in der Bundesliga gegen Kaiserslautern und Berlin sowie der Champions League gegen den FC Chelsea. Das Ende ist bekannt. Bayer steht auf Rang sechs der Bundesliga und im Achtelfinale der Champions League.

Für Ballack wirkte die Aussage wie ein Befreiungsschlag. Der 35-Jährige nahm seine Zukunft dieses Mal in die eigenen Hände um zu vermeiden, was ihm schon einmal widerfahren ist. Joachim Löw verzichtete nach der WM 2010 auf eine Nominierung seines damaligen Kapitäns, nachdem er verletzungsbedingt in Südafrika zuschauen musste. Ein jähes Ende der Nationalmannschaftskarriere, dessen Zeitpunkt Ballack gerne selbst gewählt hätte. Diese Entscheidung ringt ihm noch heute ein Kopfschütteln ab. Seiner Leistung tat dies zumindest keinen Abbruch, im Gegenteil: Spiel für Spiel, Woche für Woche stellt er unter Beweis, dass er selbst im fortgeschrittenen Fußballeralter noch auf allerhöchstem Niveau spielen kann.

Trainer Robin Dutt, der ihn zu Saisonbeginn noch auf der Bank schmoren ließ, musste einsehen, dass Spielertypen wie Michael Ballack jeder Mannschaft weiterhelfen können. Der Druck liegt nun auf Rudi Völler und Bayer Leverkusen den Kontrakt zu verlängern. Denn Ballack denkt keineswegs ans Aufhören: „Ich fühle mich noch gut, aber was ich mache, weiß ich noch nicht. Wenn ich gesund bleibe, möchte ich noch ein, zwei Jahre auf einem guten Niveau spielen. Wo das sein wird, werde ich sehen.“ Sportchef Völler sieht derzeit keinen Gesprächsbedarf, stellte aber eine Aufnahme der Verhandlungen für Anfang 2012 in Aussicht. Ob Bayer 04 so einfach auf einen Weltklassespieler verzichten kann? Mit dieser Frage beschäftigen sich Rudi Völler und die Verantwortlichen der „Werkself“ aufs Neue - im Frühjahr 2012.

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