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17.08.2011

Augsburg ist in der Liga angekommen

Er ist die Nummer 51 unter den Bundesligisten und damit der Neuling: der FC Augsburg. Bisher war das 1899 Hoffenheim, das mit seinem Aufstieg vor drei Jahren die 50 in der Bundesliga vollmachte. Es ist nicht das erste Aufeinandertreffen der beiden Vereine, allerdings das erste in Deutschlands Eliteklasse.

Zwischen 2002 und 2006 begegneten sich die Mannschaften in der Regionalliga, danach noch zwei Mal in der zweiten Bundesliga. Nach diesen Begegnungen hat Augsburg die Nase klar vorn: in elf Spielen gingen die Bayern sechs Mal als Sieger vom Platz. Dann stieg Hoffenheim auf, drei Jahre später gelang dies also auch dem FCA und in der SGL arena in Augsburg kommt es zum ersten Duell in der Bundesliga. Die ersten zwei Spiele in den höchsten Gefilden des deutschen Fußballs meisterten die Augsburger mit Bravour.

Zwar wartet man in der Fuggerstadt noch auf den ersten Dreier, besiegen konnte den Aufsteiger bislang aber noch kein Verein. Ein 2:2 gegen den SC Freiburg und am zweiten Spieltag ein 1:1 auf dem Betzenberg beim 1. FC Kaiserslautern bringen zwei Punkte. Augsburg hamstert die Zähler gegen den Abstieg. "Vor dem Spiel (in Kaiserslautern, Anm. d. Red.) hat uns doch kaum einer einen Punkt zugetraut. Aber die Jungs sind läuferisch und spielerisch an ihr Limit gegangen. Jeder weiß, wir schaffen unsere Saisonziele nur im Kollektiv", sagt Trainer Jos Luhukay.

Ein neuer Cissé?

Einer stach in den ersten zwei Partien dennoch aus dem Kollektiv heraus: Sascha Mölders. Drei Tore hat Augsburg in der Bundesliga erzielt, alle drei gehen auf das Konto des Angreifers. Damit ist der 26-jährige Mölders zusammen mit dem Schalker Klaas-Jan Huntelaar führender Torschütze der Liga. Nicht einmal Freiburgs Überflieger Demba Papiss Cissé kann da mithalten. Der Stürmer in Diensten des SC Freiburg erzielte erst zwei Tore. Lob gibt es für die tolle Leistung auch vom Trainer: „Es zeigt sich immer mehr, wie wichtig er für die Mannschaft ist.“ Manager Andreas Rettig warnt dagegen davor, Mölders zu sehr mit Lob zu überschütten: „Wir sollten Sascha jetzt kein Lorbeerkränzchen umhängen.“

Kollektiv statt Stars

Trotz zweier Zähler und der Tatsache, dass man nach den ersten zwei Bundesligaspielen überhaupt noch ungeschlagen ist, zeigen sich die Augsburger nicht vollkommen zufrieden. "Wenn ich eine Sekunde eher am Ball bin, gewinnen wir vielleicht", hadert Mölder, der in Kaiserslautern auch den Siegtreffer auf dem Fuß hatte. Auf einen Einzelnen will sich in Augsburg dennoch keiner in der Mannschaft verlassen. „Nur wenn alle mit hundert Prozent Leidenschaft Fußball spielen, haben wir gegen Mannschaften wie Kaiserslautern eine Chance. Wie es gegen bessere Mannschaften aussieht, muss man sehen", erklärte Torwart Simon Jentzsch und fügte hinzu: „Wir haben gut im Kollektiv gearbeitet.“

Das große Ganze wird beim FCA als Voraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden gesehen. Ohne Stars fehlt die individuelle Klasse wie sie ein Arjen Robben beim FC Bayern München oder ein Raul beim FC Schalke 04 mitbringen. Dieser gelegentliche Nachteil soll mit dem Kollektiv wett gemacht werden. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft wie in den vergangenen zwei Jahren als Kollektiv auftritt“, sagt Luhukay.

Es gibt nur ein Ziel

An den ersten beiden Spieltagen war deutlich zu erkennen, dass der 51. Bundesligist durchaus Bundesligatauglichkeit besitzt. „Was wir ab der 46. Minute gesehen haben, war in jeder Hinsicht erste Liga“, sagte Rettig bereits nach dem Remis gegen Freiburg. Trotzdem streben die Verantwortlichen keine Wunderdinge an. Seit dem Aufstieg wird als Ziel der Klassenerhalt ausgegeben. Wenn Augsburg auch am dritten Spieltag so weitermacht, wieder im Kollektiv auftritt und Mölders weiter trifft, wartet auf Hoffenheim ein schweres Auswärtsspiel – selbst mit einem Sieg gegen den Deutschen Meister im Rücken.

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