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09.04.2011

1899 verliert das Abseitsfestival in Freiburg

In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer im ausverkauften badenova-Stadion ein schönes Spiel, mit Chancen auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit wurde daraus ein Kampfspiel mit vielen hitzigen Situationen, das der SC Freibrug nach 90 Minuten mit 3:2 (1:2) für sich entschied.

Im sonnendurchfluteten Stadion in Freiburg gab es in der Startformation von 1899 Hoffenheim eine Änderung. Roberto Firmino musste nach seinem Startelfdebüt am vergangenen Spieltag gegen den Hamburger SV wieder auf der Bank Platz nehmen. Für ihn rückte Peniel Mlapa unter die ersten Elf. Wegen Verletzungen standen Einsätze von Sejad Salihovic, Boris Vukcevic und Matthias Jaissle nicht zur Debatte. Beim SC Freiburg spielten sowohl Toptorschütze Papiss Demba Cissé als auch Cédrick Makiadi von Anfang an. Beide Personalien waren unter der Woche angeschlagen. Bis zur letzten Minute mussten die Fans zittern, hatten dann aber doch Grund zur Freude beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung.

Beide Teams mit attraktivem Fußball

Es ging sofort flott los. In der ersten Minute wurde Tom Starke bereits zum ersten Mal gefordert. Nach einem Freistoß kam Heiko Butscher zum Kopfball. Die Reaktion von Hoffenheims Nummer eins war ganz wichtig und stark, denn der Ball hätte sonst im Tor eingeschlagen. Auch auf der anderen Seite musste Torwart Oliver Baumann sich lang machen. Ryan Babel, der noch immer auf sein ersten Bundesligator wartet, versuchte es aus 16 Metern, aber Baumann klärte zur Ecke (2.). Und dann tauchte er wieder auf und im Stadion wurde es laut. Compper schlug über den Ball, Cissé reagierte am schnellsten, schlug im 16er einen Haken und zog mit links ab - zu ungenau, denn die Kugel schlug nur im Fangnetz hinter dem Tor ein. Freiburg war in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft, rückte weit auf und suchte in der Spitze natürlich immer wieder Cissé. Die Gäste warteten zunächst ab, was der SC machte und versuchte mit Kontern, Nadelstiche zu setzen. Nach 15 Minuten wurde Hoffenheim offensiver. Peniel Mlapa wollte mit einer flachen Hereingabe Vedad Ibisevic bedienen. Der Bosnier verpasste den Ball aber. Der anschließende Schuss von Andreas Ibertsberger flog knapp über das SC-Gehäuse. In der 15. Minute jubelte auf einmal das ganze Stadion, auf der Anzeigentafel wurde schon das Tor zum 1:0 für Freiburg angezeigt. Natürlich hatte Cissé eingenetzt - per Kopf nach einer perfekten Flanke von der rechten Seite. Es wäre für Freiburg alles schön gewesen, hätte das Schiedsrichtergespann um Wolfgang Stark nicht auf Abseits des Freiburger Goalgetters entschieden. Es blieb vorerst beim 0:0, die Freiburger aber die spielbestimmende Mannschaft. Aufregung dann auch im Strafraum der Freiburger. Braafheids Freistoß von der rechten Seite erreichte Babel im Fünfmeterraum. Der Niederländer war völlig frei, traf aus einem Meter aber nur Keeper Baumann. Aber auch hier hatte der Linienrichter auf Abseits entschieden. Nach einem Abseitstor durfte die drei Buchstaben TOR dann doch auf der Anzeigentafel stehen bleiben. 24. Spielminute, Ecke Freiburg. Julian Schuster trat an und der Ball flog und flog und wurde immer länger und schlug im Tor ein: 1:0 Freiburg. Tom Starke hatte übrigens keine Chance, den Ball abzuwehren. Von Hoffenheim war nach vorne weiter wenig zu sehen. Größtenteils waren es Standardsituationen, die die Freiburger zur Defensivarbeit zwangen. Aber auch diese waren häufig zu unpräzise. In der 32. Minute war Makiadi fast durch, aber Compper brachte im letzten Moment sein Bein dazwischen und klärte zur Ecke. Im Gegenzug erzielte Hoffenheim den Ausgleich. Zugegeben, es kam etwas überraschend, denn Freiburg hatte die Partie klar im Griff. Nach einem langen Ball in die Spitze misslang Ömer Toprak ein Befreiungsschlag, Mlapa startete durch und wurde im Strafraum von Pavel Krmas zu Fall gebracht. Völlig zurecht entschied Stark auf Elfmeter und zeigte dem Freiburger die Rote Karte. Den Elfmeter verwandelte Ibisevic sicher zum 1:1 (34.). Nach einer Ecke für den SC schaltete Mlapa blitzschnell um und sprintete über das gesamte Spielfeld und wollte in der Mitte einen seiner mitgelaufenen Mitspieler bedienen. Nach seinem Lauf fehlte aber die Kraft und die Kugel landete beim Gegenspieler. Das wäre die Chance zur Führung gewesen, die nur kurz darauf folgte. Und es war ein besonderer Treffer, denn Babel jubelte endlich über sein erstes Bundesligator. Von links zog der Niederländer in den 16er und mit rechts zum 2:1 ab. In Überzahl gelang den Gästen deutlich mehr, ein Schuss von Sebastian Rudy strich nur knapp am Pfosten vorbei.

Hoffenheim zu passiv

Unverändert ging für beide Teams die zweite Halbzeit los, Hoffenheim erwischte den besseren Start und jubelte wenige Sekunden über das 3:1 durch Compper. Aber die Referees hatten auch hier eine Abseitsposition gesehen. Das fröhliche Abseitsgepfeiffe ging weiter. Wieder hatte Cissé per Kopf getroffen, wieder stand er laut Linienrichter im Abseits. Trotz der Unterzahl spielte Freiburg auf den Ausgleich und bekam in der 59. Minute einen Elfmeter zugesprochen. Braafheid hatte seinem Gegenspieler im Strafraum die Beine weggezogen. Cissé traf zum dritten Mal gegen Hoffenheim - und dieses Mal zählte der Treffer. Das Spiel blieb auch nach dem Ausgleich sehr unterhaltsam, vermehrt schlichen sich aber Fehlpässe auf beiden Seiten ein. Freiburg spielte weiter, aber Mlapa hätte die Riesenmöglichkeit gehabt, Hoffenheim wieder in Führung zu bringen. Der U21-Nationalspieler hatte freie Bahn und hätte den Ball nur ins Tor schießen müssen. Stattdessen spielte er zurück und der Schuss vom eingewechselten Gylfi Sigurdsson wurde geblockt. Auch Starke wurde geprüft. Den Distanzschuss von Schuster blockte der Keeper ab, beim Schuss von Putsila hatte er wie seine Vorderleute Glück, dass dieser nicht genau genug abschloss. Genauso wie eine Minute später beim Schuss von Makiadi. Der SC - zu Zehnt - gab weiter mächtig Gas und hatte das 3:2 in der 78. Minute verdient. Nach einem Freistoß von Schuster stieg Heiko Butscher in der Mitte am höchsten und nickte zur Führung ein. Die Hausherren verwalteten den Vorsprung in den letzten Minuten geschickt. Hoffenheim machte in Hälfte zwei zu wenig für die Offensive, was auch dem Sturmlauf der Freiburger zugeschrieben werden musste. Weil Schalke 04 gegen Wolfsburg gewann, rutscht 1899 in der Tabelle einen Platz nach unten.

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