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U23
04.08.2010

U23 steht in den Startlöchern / Am Samstag kommt Frankfurt

Am Samstag geht es endlich los. Mit einem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II (Dietmar-Hopp-Stadion, 14 Uhr) startet die U23 in die Regionalliga-Saison 2010/11. Hoffenheims Trainer Markus Gisdol blickt dem Auftakt zuversichtlich entgegen.

Im Mittelpunkt der vergangenen Wochen stand die Integration der sieben Neuzugänge (vier externe, drei aus der eigenen Jugend), die allerdings dadurch etwas eingeschränkt wurde, dass drei Spieler die komplette Vorbereitung mit dem Profi-Kader absolvierten und weitere vier später dazustießen, da die Rangnick-Truppe einige Ausfälle zu beklagen hatte. „Das hat uns zwar etwas auseinandergerissen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir weiterhin guten Fußball zeigen werden", sagt Gisdol. „Außerdem hat das Ganze ja auch etwas Positives: Natürlich wollen wir einerseits den Mannschaftserfolg, aber unser vorrangiges Ziel bleibt, so viele Spieler wie möglich nach oben heranzuführen. Von daher hat es mich mehr gefreut als geärgert." Neben Denis Thomalla, der noch ein Jahr in der A-Jugend spielen könnte, Robin Neupert und Andreas Ludwig - diese Drei waren von Beginn an in die Profi-Vorbereitung integriert - musste Gisdol später auch auf Christoph Hemlein, Adam Jabiri, Marco Schäfer und Dominik Kaiser verzichten. In den Testspielergebnissen machten sich die Ausfälle zumindest nicht bemerkbar. Am vergangenen Wochenende gab es sogar ein 5:2 beim West-Regionalligisten SV Elversberg.

Sieben Neue verstärken das stabile Grundgerüst

Von der Grundausrichtung wird sich auch eine Klasse höher nichts ändern. Die U23 wird mit einer Viererkette operieren, das System davor hängt von der Personal- und Spielsituation ab. Welches Personal ihm zur Verfügung steht, wird der Trainer immer sehr kurzfristig erfahren - doch mit diesem Umstand kam Gisdol auch in der Vorsaison ganz gut zurecht. Neu wird hingegen das Verhalten des Gegners sein. „In der Oberliga hat sich der Gegner in 95 Prozent der Fälle ausschließlich auf die Torverhinderung beschränkt." Obwohl das in der Regionalliga anders werden wird, wurde auch hier der Hebel angesetzt: Lösungen gegen tiefstehende Abwehrreihen finden, die Positionsangriffe variabler gestalten.

Vor einem Jahr musste Gisdol ein komplett neues Team aufbauen. Mit Ausnahme von Kai Herdling, der auch in der kommenden Runde die Kapitänsbinde tragen wird, und Philipp Klingmann, der zum Saisonstart 2009/10 noch an einer Verletzung laborierte, hatten alle Spieler Hoffenheim verlassen. Diesmal sieht es deutlich besser aus. Den vier Abgängen Benjamin Maas (SpVgg Greuther Fürth II), René Vollath (Wacker Burghausen), Sebastian Grub (Borussia Neunkirchen) und Dennis da Silva (TSG 1862 Weinheim) stehen sieben Neuzugänge gegenüber. Aus der eigenen Jugend kommen Keeper Daniel Lück sowie die Mittelfeldspieler Robin Szarka und Claudio Bellanave. Dazu gesellen sich Stürmer Nicolai Groß vom letztjährigen Liga-Konkurrenten FC-Astoria Walldorf, Linksverteidiger Marcel Heister (SSV Reutlingen U19), der noch für die A-Junioren spielberechtigte Torwart Tim Paterok (SC Paderborn U19) sowie Innenverteidiger Jannik Vestergaard. Der lange Däne (1,96 m) feierte kurz vor Rundenbeginn seinen 18. Geburtstag und wurde in der Jugend des Kopenhagener Vorort-Klubs Brà¸ndby IF, dem auch die beiden Laudrup-Brüder entstammen, ausgebildet. Vestergaards Mutter ist Deutsche, wodurch zumindest die sprachlichen Integrationsprobleme entfielen.

Das Grundgerüst der Mannschaft ist stehengeblieben, keiner der vier Abgänge war in der Oberliga Stammspieler. Gisdol kann also weiter auf die Erfahrung der drei „Ü23-Spieler" Alexander Rosen (31), Kai Herdling (26) und Adam Jabiri (26) bauen. Auch Kevin Conrad und Pascal Groß, die vor wenigen Wochen erfolgreich ihre Abiturprüfungen bestanden, und Marco Terrazzino gehören nun fest zum U23-Kader. „Wir wollen uns so schnell wie möglich im gesicherten Mittelfeld etablieren", gibt Gisdol als erste Marschrichtung vor. In der Favoritenrolle sieht er neben Hessen Kassel auch die Stuttgarter Kickers. Über den Auftaktgegner FSV Frankfurt II sagt er nur so viel: „Die erste Mannschaft des FSV hat an diesem Wochenende kein Testspiel."

Attraktiver Kombinationsfußball, attraktive Gegner

In der Saison 2009/10 erspielte sich die U23 durch ihre attraktiven Auftritte eine kleine Fanschar. Was erwartet die Zuschauer, die auch in der Regionalliga Süd ins Dietmar-Hopp-Stadion kommen? „Attraktiver Kombinationsfußball", verspricht Gisdol. Und jede Menge Traditionsklubs, wie etwa die Stuttgarter Kickers, Hessen Kassel, SSV Ulm 1846 oder SV Darmstadt 98.

„Wir können noch nicht wie zum Beispiel der VfB Stuttgart pro Jahr zwei bis drei Spieler in den Profi-Bereich überführen, dazu ist der Erfolg von 1899 Hoffenheim noch zu jung. Das braucht noch seine Zeit", sagt Gisdol. „Aber wir sind auf einem sehr guten Weg: Die Bedingungen sind optimal, die Vernetzung mit den Profis ist nirgends so eng wie hier." Auch räumlich sind beide Mannschaften nun enger zusammengerückt, denn seit einigen Wochen trainieren auch Herdling und Co. auf dem fertiggestellten „Platz 4" des neuen Trainings- und Geschäftsstellenzentrums.

Aber eines ist sicher: Einige Gesichter aus dem aktuellen U23-Kader werden in Kürze auch wieder durch die TV-Bildschirme huschen. Andreas Ludwig, Adam Jabiri oder Kai Herdling haben es in der letzten Spielzeit vorgemacht, andere stehen in den Startlöchern.

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