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U23
12.12.2010

U23 kassiert unglückliches 1:2 gegen Pfullendorf

Mit einer unglücklichen 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den SC Pfullendorf verabschiedete sich die U23 aus dem überaus erfolgreichen Kalenderjahr 2010. „Eigentlich wollten wir nicht für Pfullendorf den Weihnachtsmann spielen“, sagte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol.

Nachdem er wegen einer Knieverletzung knapp drei Monate ausgefallen war, feierte Alexander Rosen am Sonntag sein Comeback, das zugleich sein offizielles Abschiedsspiel war. Am 22. Februar 1999 debütierte der Mittelfeldspieler in der Bundesliga, als er für die Frankfurter Eintracht beim TSV 1860 München eingewechselt wurde. Jetzt ist Schluss. „Das war der final act", so Rosen nach der Partie gegen den SC Pfullendorf. „Ich hätte meine Laufbahn gerne noch mit einem Sieg beendet, bin aber froh, dass ich noch einmal spielen durfte und nicht mit einer Verletzung aufhören musste." Der 31-Jährige bleibt 1899 Hoffenheim allerdings erhalten, tauscht nun aber die Fußballschuhe mit dem Schreibtisch: Als Nachfolger Ernst Tanners ist Rosen neuer Sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der achtzehn99 AKADEMIE.

Nach dem 1:3 Ende August in Pfullendorf hatten die Hoffenheimer noch etwas gut zu machen, zumal im Erfolgsfall Platz zwei winkte. Die erste Aktion der Partie gehörte den Linzgauern, doch Daniel Lück hatte mit Jörg Schreyecks Schuss keinerlei Probleme (1.). Kurz darauf klingelte es bereits im Pfullendorfer Gehäuse, als Pascal Groß mit einem schönen Pass Denis Thomalla freispielte und der Junioren-Nationalspieler SCP-Keeper Ralf Hermanutz zum 1:0 ausguckte (3.). Doch die Führung gab den Platzherren keine Sicherheit. Die Partie wirkte in der Folge sehr zerfahren, es gab viele Unterbrechungen durch Fouls, Schiedsrichter Alexander Schlutius beließ es allerdings bei zwei Gelben Karten, je eine auf beiden Seiten. In der 19. Minute führte ein aussichtsreicher Hoffenheimer Angriff zum 1:1. Nach einer schönen Stafette wollte Dominik Kaiser den links aufgerückten Robin Szarka bedienen, doch sein Pass wurde abgefangen. Christian Jeske schnappte sich die Kugel, marschierte ungestört übers halbe Feld und zog schließlich von der Strafraumgrenze humorlos ab - 1:1. „Das darf nicht passieren", sagte Gisdol später. „Spätestens 30 Meter vor dem Tor müssen wir den Gegenspieler attackieren." Nur zwei Minuten später hätte Herdling für das 2:1 sorgen können, doch Hermanutz fischte die Kugel aus der linken unteren Ecke. Bis zur Pause plätscherte die Partie so dahin, Pascal Groß und Robin Neupert versuchten es mit Weitschüssen, die aber ihr Ziel deutlich verfehlten.

Abschied für Alexander Rosen

Nach fünf Minuten im zweiten Durchgang war es soweit. Unter dem Applaus der Zuschauer verließ Rosen zum letzten Mal den Platz. Alle Ersatzspieler, die sich gerade warmmachten, waren herüber geeilt, um dem „Papa" auf den Kahlkopf zu klatschen und ihm auf diese Weise ihren Respekt zu zollen. Auch Gisdol nahm den Führungsspieler in die Arme, für ihn kam jetzt Wilson Kamavuaka. Die Pfullendorfer hatten für diesen Moment wenig Emotionen übrig und gingen drei Minuten später 2:1 in Front. Nach einem flachen Freistoß Jeskes von der rechten Seite sprang der Ball Abwehrspieler Wolfgang Narr vor die Füße, und der drückte ihn aus kurzer Distanz über die Linie. Wieder war es Narr, der im schon im Hinspiel zwei Mal getroffen hatte - es waren seine bislang einzigen Tore in dieser Saison... „In dieser Szene war Pfullendorf einfach gedankenschneller", ärgerte sich Gisdol, dass der Ball fast eine Sekunde frei war und niemand vor Narr klärte. Die Hoffenheimer nahmen jetzt zwar das Heft in die Hand, spielten aber entweder zu umständlich, oder hatten Pech, dass entweder Hermanutz - wie bei Robin Szarkas Schuss (78.) - glänzend reagierte, oder wie bei Jannik Vestergaards Kopfball Sekunden später der Pfosten im Weg stand. „Die Chancen waren da", bestätigte Gisdol. Christoph Hemleins abgefälschte Hereingabe landete auf der Lattenoberkante (84.) und in der Nachspielzeit zielte Herdling knapp übers Tor. „Nach den ersten zehn Minuten haben wir etwas den Faden verloren", sagte der Kapitän. „Wir wollten Alex zum Abschied unbedingt einen Sieg schenken, aber es hat leider nicht gereicht." Große Aufregung gab es in der 64. Minute, als Hermanutz Vestergaard im Fünfmeterraum ins Gesicht schlug und der Däne am Boden liegen blieb. Die Pfeife des Unparteiischen blieb jedoch stumm und auch der Assistent ließ die Fahne unten. „Das hat ein 40-jähriger Torhüter nicht nötig. Das war eine Rote Karte und ein Elfmeter", ärgerte sich Gisdol.

SCP-Trainer Helgi Kolviðsson, der die Szene nicht gesehen hatte, freute sich, stattdessen „das erste Mal seit drei Wochen einen grünen Rasen" gesehen zu haben. Und über die drei Punkte. „In der Anfangsphase hatten wir noch Schnee in den Schuhen, danach haben wir mit aggressivem Pressing gut dagegen gehalten", so der Isländer. Sein Gegenüber beklagte: „Eigentlich ist es nicht nachvollziehbar, dass wir diese Partie verloren haben. Wir haben aber nach zehn Minuten einfach zu naiv gespielt, die Staffelung nach vorne hat nicht gestimmt, so dass wir bei Ballverlust sofort in Konter gelaufen sind. Wir sind natürlich traurig über die Niederlage, freuen uns jetzt aber auf die Winterpause, aus der wir gestärkt und voller Elan wieder zurückkommen werden." Da die Partie am kommenden Samstag in Memmingen bereits abgesagt ist, ist am Freitag der letzte Trainingstag. Los geht es dann wieder am 11. Januar.

1899 Hoffenheim - SC Pfullendorf 1:2 (1:1)
Hoffenheim:
Lück - Klingmann, Vestergaard, Neupert, Szarka - Rosen (50. Kamavuaka) - P. Groß (59. Schäfer), Terrazzino (59. Hemlein), Kaiser - Herdling, Thomalla.
Pfullendorf: Hermanutz - Falkenmayer, Narr, Kiefer, Straub - Braun, Schreyeck - Jeske, Biggel (89. Kunter), Kuczkowski (70. Schneck) - Seebacher (85. Hörtkorn).
Tore: 1:0 Thomalla (3.), 1:1 Jeske (19.), 1:2 Narr (53.). Zuschauer: 250. Schiedsrichter: Alexander Schlutius (Germersheim). Karten: Gelb für Rosen, Herdling / Narr, Jeske, Hörtkorn; Gelb-Rot für Schreyeck (81., wiederholtes Foulspiel).

Daten & Fakten zum Spiel »

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