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U23
15.10.2010

U23-Gegnerportrait - SSV Ulm 1846

Am Samstag, 14 Uhr, trifft die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion auf den SSV Ulm 1846. Wir stellen die Mannschaft vor, die in der Saison 2008/09 vom heutigen Hoffenheimer Coach Markus Gisdol trainiert wurde.

Knapp zehn Jahre ist es her, da erlebte die Fußball-Abteilung des SSV Ulm 1846 ihren absoluten Höhepunkt. Unter Trainer Martin Andermatt, der die „Spatzen" Ende März von seinem Richtung VfB Stuttgart abgewanderten Vorgänger Ralf Rangnick übernommen hatte, wurde Mitte Juni 1999 mit einem 0:0 gegen Fürth der sensationelle Durchmarsch in die Bundesliga besiegelt. Glück hatten die Domstädter, dass Altin Rraklli im Trikot der SpVgg Unterhaching kurz vor Toreschluss noch gegen den Karlsruher SC den 1:1-Ausgleich markierte, sonst wären die Fächerstädter anstelle der Ulmer hochgegangen.

Ralf Rangnick hatte den SSV 1996 in der Regionalliga übernommen und eine aufstiegsreife Mannschaft geformt, zu der auch der Innenverteidiger Thomas Tuchel gehörte, ehe der heutige Chefcoach des 1.FSV Mainz 05 seine Karriere wegen eines Knorpelschadens beenden musste. Als Aufsteiger in die 2. Bundesliga legten die Ulmer einen Traumstart hin. Erst am 17. Spieltag kassierte die Rangnick-Elf im Dezember ihre erste Saisonniederlage. Anschließend geriet der Überraschungsspitzenreiter in Turbulenzen, rettete sich aber über die Ziellinie und stieg mit Spielern wie dem Keeper Philipp Laux - dem späteren Torwarttrainer von 1899 Hoffenheim (heute beim FC Bayern München) - oder dem Polen Janusz Góra, der in der Bundesliga auch außerhalb fußballinteressierter Kreise nationale Berühmtheit erlangte. Nach der äußerst unglücklichen Niederlage bei Hansa Rostock (1:2), bei der vier Ulmer plus Trainer Andermatt vom Platz geflogen waren und der entscheidende Treffer zudem in der Nachspielzeit fiel, brüllte er einem Reporter „Skandal!" ins Mikrofon. Und das in einer derart emotionalen Weise, dass Showmaster Stefan Raab in seiner Fernsehsendung „TV total" aus diesem einsilbigen Wutausbruch einen dieser immer wiederkehrenden Einspieler machte. Am Saisonende waren es genau diese drei Punkte, die auf den 15. Platz - und Hansa Rostock! - fehlten, um die Klasse zu halten. Nach nur einjähriger Zugehörigkeit, deren Tiefpunkt eine 1:9-Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen bildete, stiegen die „Spatzen" wieder aus der Bundesliga ab und kamen ihr bis heute nicht mehr nah.

In der folgenden Spielzeit wurden die Ulmer durchgereicht, doch schlimmer noch als der zweite sportliche Abstieg innerhalb eines Jahres war die Tatsache, dass dem Verein die Regionalliga-Lizenz verweigert wurde und er direkt in die Verbandsliga abstürzte. Im Abstand von wenigen Monaten mussten sich die Fans im Donaustadion also von Bundes- auf Verbandsliga umstellen. Oberzell und Zuffenhausen statt Bremen und Bayern. Als Tabellenzweiter hinter dem SV Bonlanden stieg der SSV nach Relegationsspielen mit dem SV Linx in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Immer noch im Kader: der fast 40-jährige Janusz Góra.

Seither belegten die „Spatzen" durchweg einstellige Tabellenplätze und wurden 2008 durch die Liga-Reform in die Regionalliga gespült, wo sie bislang immer zum oberen Drittel gehörten. Unter Markus Gisdol erreichte der SSV einen guten siebten Platz, sein Nachfolger Manfred Paula hatte weniger Glück und musste nach einem verpatzten Saisonstart 2009/10 wieder gehen. Am 15. Oktober 2009, also vor fast genau einem Jahr, übernahm der ehemalige Bundesliga-Profi Ralf Becker (u.a. Bayer Leverkusen, Stuttgarter Kickers) die Nachfolge. Sein Co-Trainer: Janusz Góra.

Im Sommer hat sich das Gesicht der Mannschaft drastisch verjüngt. Spieler wie Henry Onwuzuruike oder der ehemalige Hoffenheimer Andreas „Bobo" Mayer verließen den Klub, allein sieben Neuzugänge rekrutierte Becker aus der eigenen Jugend. Nach drei Niederlagen zum Saisonauftakt haben sich die Ulmer mittlerweile wieder gefangen und sind seit acht Spielen ungeschlagen. Treffsicherster „Spatz" ist Michael Schürg, mit 25 Jahren der mit Abstand älteste Akteur im Kader, der es bislang auf sechs Tore brachte. Anfang der Woche nahmen die Ulmer einen alten Bekannten unter Vertrag: Linksverteidiger Claus Bückle spielte mehrere Jahre in der Jugend von 1899 Hoffenheim - und sogar eine Saison in der U23.

Offiziell nennen sich die Fußballer seit der Abspaltung vom Hauptverein im Januar 2009 „SSV Ulm 1846 Fußball". Der SSV selbst geht aus einer Fusion zwischen der TSG Ulm 1846 - für die unter anderem Toni Turek sowie die beiden Hoeneß-Brüder Uli und Dieter spielten - und dem SSV Ulm 1928 hervor, die 1970 beschlossen wurde.

Ticket-Informationen zum Spiel gibt es hier.

Den Vorbericht zur Partie am Samstag finden Sie hier.

SSV Ulm 1846
Tor: Holger Betz (32), Benjamin Gralla (20).
Abwehr: Claus Bückle (23), Daniel Hägele (21), Marvin Länge (21), Johannes Ludmann (19), Nico Presthofer (21), Johannes Reichert (19), Daniel Reith (22), Timo Trefzger (22), Rouven Wiesner (22).
Mittelfeld: Max Knorn (21), Antonio Pangallo (20), Christian Sauter (22), Caner Schmitt (22).
Angriff: Jannik Froschauer (19), Spejtim Muzliukaj (21), Michael Schürg (25), Burak Taştan (21), Florian Treske (23).
Trainer: Ralf Becker (40).

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