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U23
10.09.2010

U23-Gegnerporträt: Stuttgarter Kickers

Am Samstag, 14 Uhr, trifft die U23 im Dietmar-Hopp-Stadion auf die Stuttgarter Kickers. Wir stellen den Verein vor, der sogar auf ein DFB-Pokal-Finale zurückblicken kann und lieber heute als morgen in die 2. Bundesliga.

Neben dem SSV Ulm 1846 und dem SV Darmstadt 98 sind die Stuttgarter Kickers der einzige Regionalliga-Klub, der eine mehrjährige Erstliga-Zugehörigkeit vorzuweisen hat. In den Spielzeiten 1988/89 sowie 1991/92 kickten die Degerlocher in der Bundesliga. Es reichte zwar zu einigen Achtungserfolgen, wie etwa einem legendären 4:1-Erfolg beim FC Bayern München am 5. Oktober 1991, doch der Klassenerhalt wurde jeweils knapp verpasst. Im ersten Bundesliga-Jahr, als unter Trainer Manfred Krafft unter anderem der heutige Hoffenheimer Chefscout Alfred Schön die Abwehr zusammenhielt, fehlten am Ende nur vier Törchen auf die Frankfurter Eintracht, im zweiten hatten die Kickers das Pech, dass aufgrund der Wiedervereinigung und der damit verbundenen Aufnahme der DDR-Teams gleich vier Mannschaften absteigen mussten. Als bestem dieser vier Absteiger fehlte den Kickers, damals von Rainer Zobel trainiert, ein Zähler auf die SG Wattenscheid. Für Aufsehen sorgte das Sturmduo Marcus Marin (mit dem aktuellen Nationalspieler Marko nicht verwandt) und Dimitrios Moutas, das es zusammen auf 25 Tore brachte.

Gute, alte Zeit. Auch nach dem Abschied aus dem Oberhaus waren die Degerlocher lange Jahre fester Bestandteil der 2. Bundesliga, in deren „Ewigen Tabelle" sie hinter Alemannia Aachen und Fortuna Köln auf Platz drei stehen. Nach einem kurzen Regionalliga-Intermezzo Mitte der 90er etablierten sich die Kickers zwar schnell wieder in der Zweiten Liga, stiegen aber 2001 erneut ab - und bis heute nicht mehr auf. 2003 geriet der Verein in finanzielle Schieflage, der langjährige Präsident Axel Dünnwald-Metzler - der die Kickers 24 Jahre durch ihre erfolgreichste Ära geführt hatte - gab sein Amt ab, der Klub konnte nur durch den Verkauf des vereinseigenen, nach Dünnwald-Metzler benannten ADM-Sportparks vor dem finanziellen Ruin bewahrt werden. Hans Kullen, der „ADM" beerbte, gab zwar als Ziel die 2. Bundesliga aus, doch weder er noch einer seiner beiden Nachfolger konnte bislang Vollzug melden.

Als 2008/09 die 3. Liga eingeführt wurde, gehörten die Stuttgarter Kickers zum erlesenen Kreis, legten aber einen katastrophalen Start hin. Den ersten „Dreier" verbuchten sie erst am 14. Spieltag, am Ende konnten auch zwei Trainerwechsel den letzten Platz und erstmaligen Abstieg in die Viertklassigkeit nicht verhindern. Ein schweres Los für den deutschen Vizemeister von 1908 (1:3 gegen Viktoria '89 Berlin) und DFB-Pokal-Finalisten 1987. Lange hielt der damalige Zweitligist gegen den favorisierten Hamburger SV im Berliner Olympiastadion ein 1:1, doch Manfred Kaltz (88.) und ein Eigentor von Niels Schlotterbeck (90.) beendeten den Traum von der großen Sensation.

Nach dem Abstieg in die Regionalliga übernahm zur Saison 2009/10 der ehemalige KSC-Profi und Nationalspieler Dirk Schuster (drei Länderspiele) die Kickers, die allerdings mit dem Aufstiegsrennen nichts zu tun hatten und 26 Punkte hinter Meister VfR Aalen im Mittelfeld der Tabelle landeten. Auf dem Transfermarkt hielten sich die Degerlocher zurück. Von den elf Abgängen gehörte lediglich Mijo Tunjić (SpVgg Unterhaching) zum Stammpersonal. Unter den sieben Neuzugängen befinden sich zwei ehemalige Hoffenheimer: Marcel Brandstetter, im Sommer vom VfR Aalen gekommen, und Daniel Reule. Der Angreifer mit der linken Klebe, zuletzt beim SV Waldhof Mannheim in der Regionalliga West auf Torejagd, hat in der laufenden Saison bereits zwei Mal eingenetzt.

Nach einem ordentlichen Saisonstart wurden die Kickers zuletzt durch einen Spielausfall (in Darmstadt) und der 1:2-Heimniederlage gegen den 1.FC Nürnberg II etwas zurückgeworfen und kommen als Tabellenfünfter ins Dietmar-Hopp-Stadion. Es waren weniger die verlorenen Punkte gegen die Club-Reserve, die die Verantwortlichen verärgerten, sondern die Leistung des Unparteiischen Rafael Foltyn (Mainz), der diese Begegnung mit drei Platzverweisen sowie zwei Foulelfmetern gegen die Kickers entschied und auf Stuttgarter Seite für allgemeines Kopfschütteln sorgte. Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster muss in Hoffenheim neben den ohnehin verletzen Dirk Prediger (Angriff/Kreuzbandriss) und Simon Köpf (Abwehr/Knöchel-OP) auch noch auf Innenverteidiger Patrick Auracher (Rote Karte) sowie die Mittelfeldspieler Oliver Stierle und Jerome Gondorf (jeweils Gelb-Rot) verzichten.

Ticket-Informationen zum Spiel gibt es hier.

Stuttgarter Kickers
Tor: Daniel Wagner (23), Günay Güvenc (19).
Abwehr: Patrick Auracher (20), Simon Köpf (23), Marcel Rapp (21), Fabian Gerster (23), Alessandro Abruscia (20), Andreas Wonschick (19, eigene U23).
Mittelfeld: Demis Jung (22), Marcel Ivanusa (25), Michele Rizzi (22), Enzo Marchese (27), Oliver Stierle (27, Bayern München II), Ali Pala (20, VfB Stuttgart II), Jerome Gondorf (22), Mahir Savranlioğlu (24), Royal-Dominique Fennell (21, eigene U23).
Angriff: Daniel Reule (27, SV Waldhof Mannheim), Marcel Brandstetter (22, VfR Aalen), Dirk Prediger (23), Denis Videc (19, FC Heilbronn), Philip Türpitz (19).
Trainer: Dirk Schuster (42).

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