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AKADEMIE
11.04.2010

Strahlende Gesichter bei der Eröffnung des Kinderzentrums

Am Ende strahlte die Sonne mit den Kindern um die Wette. Mit einer großen Einweihungsfeier wurde das Kinderzentrum der achtzehn99 AKADEMIE im Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion eröffnet. Rund 2.500 Besucher folgten der Einladung zu diesem Tag der Offenen Tür in der Hoffenheimer Silbergasse und bekamen allerlei geboten. Höhepunkt der Veranstaltung waren neben der Begrüßung durch Bernhard Peters, Direktor für Sport- und Nachwuchsförderung bei 1899 Hoffenheim, Cheftrainer Ralf Rangnick und Gönner Dietmar Hopp die Autogrammstunde mit einigen Bundesliga-Profis sowie der Auftritt des Maskottchens „Hoffi“, das die kleinen Besucher in seinen Bann zog.

„Das ist schon Wahnsinn, was hier alles entsteht", zeigte sich der Vater eines jungen Kickers von den Räumlichkeiten des Kinderzentrums (KidZ), die sich in der ehemaligen Geschäftsstelle im Dietmar-Hopp-Stadion befinden, sowie dem dahinter stehenden Konzept begeistert. Radio-Regenbogen-Moderatorin Dany Füg begleitete die Gäste durch den Tag, der um 10 Uhr mit einem Mini-Fußball-Turnier auf den Nebenplätzen begann und mit der Siegerehrung gegen 15:30 Uhr endete. „Kinder sind phantasievoll, neugierig und lernbereit. Sie wollen spielen, Spaß haben und sich bewegen", leitete Peters die Vorstellung des KidZ-Konzepts ein. Da es genau zu diesem Zeitpunkt angefangen hatte zu regnen, wurden die Reden kurzfristig in den Seminarraum verlegt und auch auf die Tribüne übertragen. „Wir wollen hier Kinder durch Spielen stimulieren und nicht instruieren, Kindertraining darf kein Abbild von Erwachsenentraining sein." Besonderes Merkmal des Kinderzentrums ist das Fortbildungssystem. In regelmäßigen Seminaren - für die sich jeder Interessierte über die Homepage www.achtzehn99.de anmelden kann - werden Trainer aller umliegenden Vereine der Region zum Thema „kindgerechtes Training" Region geschult. Ein in Deutschland einmaliges Konzept. „Wir brauchen mehr kreative Trainer, daraus ergeben sich automatisch mehr kreative Spieler", so Peters.

Cheftrainer Ralf Rangnick erläuterte die Bedeutung des KidZ mit einer Reise in seine Vergangenheit. „Früher sind wir nach der Schule nach Hause gekommen, haben den Schulranzen in die Ecke gestellt und sind auf die Straße. Hier haben wir nicht nur Fußball gespielt, sondern uns auch alle anderen Kompetenzen, wie zum Beispiel Sozialverhalten, angeeignet." Aber die Gesellschaft hat sich seither massiv verändert, so Rangnick weiter. „Bolzplätze gibt es noch, aber sie sind verwaist. Das Internet und die Playstation haben den Straßenfußball verdrängt. Damals gab es vielleicht nicht die Notwendigkeit eines solchen Kinderzentrums - heute schon." Entscheidend sei in erster Linie die Qualität der Trainer: „Es ist nicht wichtig, dass die Kinder schon mit zehn in der Jugend eines Bundesliga-Vereins spielen, sondern dass sie gut ausgebildete Trainer haben. Die Kinder verspüren schon in der Schule genügend Druck. Da brauchen sie nicht schon in jungen Jahren Versetzungsprobleme im Fußball-Verein." Abschließend führte Rangnick das Beispiel Manuel Gulde an. Der 19-jährige Mannheimer stand am Samstag erstmals in der Bundesliga-Startelf von 1899 Hoffenheim. „Wer mal so weit kommen möchte wie Manuel, sollte seine freie Zeit weniger mit FIFA 2010 oder dem Bundesliga-Manager verbringen."

Das Kinderzentrum für Fünf- bis Elfjährige wird durch das Förderzentrum (U12 bis U15, in Zuzenhausen) und das Nachwuchsleistungszentrum (U16 bis U19, im ehemaligen Profi-Zentrum in der Sinsheimer Straße) ergänzt. „Hier ist die Stufe eins unserer Ausbildungsphilosophie", sagte Dietmar Hopp, der über die Motivation seines Engagements im Nachwuchsbereich referierte. „Der Übergang vom Kinder- ins Erwachsenenalter ist genauso kompliziert wie der vom Jugend- ins Erwachsenenalter. Hier soll dafür Sorge getragen werden, dass dieser Übergang bestmöglich gelingt. Wir wollen hier nicht die Stars von morgen produzieren, sondern nur unterstützender Begleiter sein." Ganz wichtig ist dem 1899-Mäzen dabei auch die schulische Förderung. Hier kommt der von ihm unterstützte Verein „Anpfiff ins Leben" ins Spiel, der seine „Lernwerkstatt" in zwei Räumen des KidZ eingerichtet hat und den Kindern mit pädagogischen Fachkräften für eine intensive Lernbegleitung zur Seite steht.

Während der Reden ging die Wolkendecke symptomatisch auf und die Sonnenstrahlen fielen auf das Dietmar-Hopp-Stadion und die beiden Nebenplätze, auf den die E- und F-Jugendlichen nach wie vor um den KidZ-Cup spielten und sich an der Torwand und der Hüpfburg austobten. Die Besucher wurden nun in separaten Führungen durch die Räumlichkeiten geführt, neben dem Seminarraum sind das ein Kinderaufenthaltsraum, ein Gymnastikraum für Koordinationsübungen sowie die Lernwerkstatträume. „Das Training hier ist sehr abwechslungsreich und wir werden sehr gut betreut", sagte der 10-jährige Kai, der beim SV Waldhof spielt und einmal die Woche mit dem sogenannten Kinderperspektivteam in Hoffenheim trainiert. Auch er will einmal Profi werden, weil die „so viel verdienen und große Häuser haben". Kai war Teil des Demo-Training-Teams, das Frank Fröhling, Leiter des Kinderzentrums, und Dominik Drobisch leiteten und den interessierten Tribünengästen sinnvolle Laufkoordinationsübungen und Turnierformen demonstrierte.

Mittlerweile hatten sich auch einige Profis eingefunden. Die Autogramme von Boris Vukcevic, Andi Beck und Torwart Daniel Haas waren bei den Kindern ebenso heiß begehrt wie ein Foto mit Hoffi. „Das war eine rundum gelungene Veranstaltung", lobte Ronny Zimmermann, Präsident des Badischen Fußball-Verbands und nur einer von zahlreichen Ehrengästen. Den Abschluss bildete die Siegerehrung der beiden Jugendturniere, bei denen es - kindgerecht - auch in der Tat nur Sieger gab. Alle Teilnehmer des KidZ-Cups freuten sich über eine Medaille und ein Kinderzentrum-T-Shirt. „Ich freue mich, dass der heutige Tag auf so viel positive Resonanz gestoßen ist", sagte der Leiter des Kinderzentrums, Frank Fröhling, der auch die U15 von 1899 Hoffenheim trainiert. Der erfolgreiche Kinder-Tag in Hoffenheim endete gegen 16:30 Uhr. Die Arbeit geht aber jetzt erst richtig los.

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