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06.11.2010

Pleite an der Elbe - Hoffenheim unterliegt dem HSV

Die Reise in den Norden endete für 1899 Hoffenheim punktlos. Mit 1:2 (1:1) verlor die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick beim Hamburger SV. In der fünften Minute hatte Sejad Salihovic Hoffenheim per Elfmeter in Führung gebracht. Heiko Westermann egalisierte das 1:0 kurz vor der Pause, Mladen Petric erzielte den Siegtreffer (83.).

„Wie die Mannschaft drauf ist, stimmt mich sehr positiv“, freute sich Trainer Ralf Rangnick über die letzten Auftritte seines Teams. Vor der Partie beim Hamburger SV musste 1899 Hoffenheim aber eine bittere Nachricht verkraften. Im Abschlusstraining zog sich Hoffes Nummer eins Tom Starke eine Verletzung der Bauchmuskulatur zu und wird voraussichtlich mehr als ein Spiel ausfallen. Für Starke rückt Daniel Haas zwischen die Pfosten. In der Innenverteidigung verteidigten Marvin Compper und Isaac Vorsah gegen Hamburgs Angriff, auf den Außenbahnen agierten Kapitän Andreas Beck auf der rechten Seite und Luiz Gustavo links. Nach seiner Sperre rückte im Mittelfeld Sejad Salihovic wieder in die Startelf. Die Mittelfeldreihe ergänzten Sebastian Rudy und Tobias Weis. Für offensive Akzente in der Spitze sorgten Demba Ba, Peniel Mlapa und Chinedu Obasi.

Traumstart für Hoffenheim

Peniel Mlapa wie man ihn kennt: lauern, antreten, Ball erobern. Es war die erste Aktion der Hoffenheimer in Richtung HSV-Tor. Mlapa steckte das Leder zu Demba Ba durch, der im 16er zu Fall kam. Schiedsrichter Günter Perl zeigte ohne zu Zögern auf den Punkt – Elfmeter Hoffenheim. Salihovic blieb wie immer eiskalt und verwandelte zur 1:0-Führung für die Gäste (5. Minute). Einen besseren Start kann man sich auswärts kaum wünschen: ein frühes Tor und der Gegner muss das Spiel machen. So war es auch. Der HSV versuchte Hoffenheim, sein Spiel aufzuzwängen, tat sich aber schwer, weil sie sich im Aufbauspiel zu viele Abspielfehler leisteten. Zwei Mal prüfte Piotr Trochowski Daniel Haas mit zwei Distanzschüssen. Die Gäste aus dem Kraichgau stellten die Räume in der Defensive gut zu und ließen den Hanseaten kaum Platz, ein effizientes Offensivspiel aufzubauen.

Zerfahrenes Spiel, wenig Chancen

In der 18. Minute wurde es richtig gefährlich. Ein langer Ball erreichet in der Spitze Paolo Guerrero. Haas stürmte aus seinem Kasten, erwischte das Leder nicht richtig, Rudy lag schon geschlagen auf dem Boden und für Guerrero, der keinen Blauen mehr vor sich hatte, war der Winkel – zum Glück für Hoffenheim – zu spitz. Dann zeigten auch die Gäste mal wieder eine Offensivaktion. Eine Ablage von Obasi nahm Rudy volley, Jaroslav Drobny konnte nur noch zur Ecke klären. Die letzten 20 Minuten in Hälfte eins waren zerfahren: Hoffenheim musste nicht und Hamburg konnte nicht. Viele kleine Fouls bestimmten das Spielgeschehen, der HSV fand keine Mittel, den Defensivverbund der Hoffenheimer zu knacken. Und die Kraichgauer? Die brachten die Hamburger mit ihren schnellen Spitzen immer mal wieder in Bedrängnis. Ba prüfte Drobny, Gustavo verfehlte knapp per Kopf. Torchancen gab es nur wenige, dafür musste Referee Perl einige Male den gelben Karton aus seiner Tasche ziehen und sah, wie die Zuschauer, unglaublich viele Fehlpässe. Mit dem Halbzeitpfiff weckte Heiko Westermann die Arena auf. Der HSV-Kapitän erzielte nach Vorarbeit von Mladen Petric wie aus dem Nichts den Ausgleich für Hamburg und ließ sein Team und die Zuschauer jubeln.

Hamburg dreht auf

Für das erste Highlight in den zweiten 45 Minuten sorgte Trochowski. Von Pitroipa fein frei gespielt, zirkelte er den Ball aufs lange Eck und verfehlte das Tor nur knapp. Die Hausherren machten weiter Dampf. Petric hatte in der 50. Minute eine hervorragende Freistoßmöglichkeit, die allerdings in der Mauer hängen blieb. Dann schlich sich auch Hoffe wieder vor das Tor des HSV. Zwei Mal scheiterte Ba – erst an Drobny, dann an der Latte. Mehr Wind machten aber weiterhin die Hanseaten und setzten sich in der Hälfte der Gäste fest. Mit Standards, Petric, Trochowski und Zé Roberto kamen sie mehrmals gefährlich vor das Tor von Haas. Hoffenheim stand tief, spielte nach Balleroberung schnell nach vorne, die Angriffe verpufften aber oft hinter der Mittellinie.

Die fröhliche Foulerei ging auch nach der Pause weiter. Die Partie nahm daher nie richtig an Fahrt auf, aus dem Spiel heraus ergaben sich kaum Möglichkeiten. Standards sorgten größtenteils für Torchancen. Und wenn was aus dem Spiel heraus ging, dann auf Hamburger Seite. Petric hatte die Führung zwei Mal auf dem Fuß. Einmal rutschte er nur wenige Zentimeter am Ball vorbei, ein anderes Mal strich sein Distanzschuss über die Latte. Auch gegen Ende der Partie hatte Hamburg die besseren Möglichkeiten, das Spiel noch für sich zu entscheiden. In der 83. Minute wurde der Bundesliga-Dino für sein Anrennen belohnt. Hamburgs bester Mann, Petric, verwandelt eine Hereingabe von Zé Roberto per Kopf zum 2:1-Endstand.

Daten & Fakten zum Spiel »

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