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30.11.2010

Peniel Mlapa trifft Verena Sailer

Sie ist die schnellste Europäerin aller Zeiten, die deutsche Leichtathletikhoffnung in der Königsdisziplin 100 Meter-Sprint und wurde jüngst mit dem Bambi „Sport“ ausgezeichnet. 1,66 m groß, 57 kg schwer – Verena Sailer. Er ist einer der schnellsten Spieler von 1899 Hoffenheim, mehrfacher Juniorennationalspieler und wurde diese Saison mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester Nachwuchsspieler seines Jahrgangs geehrt. 1,95 m groß, 87 kg schwer – Peniel Mlapa.achtzehn99 brachte beide in der Serie „Sportler trifft Sportler“ zusammen. Hier erfahren sie, welche Gemeinsamkeiten die Europameisterin auf 100 Meter und der Hoffenheimer Neuzugang vom TSV 1860 München haben und welche Unter­schiede zutage kamen.

Das Treffen erfolgte in der Halle der MTG Mannheim, wo Verena Sailer seit nunmehr fast zwei Jahren trainiert. Die fünffache Deutsche Meisterin (von 2006 bis 2010) folgte ihrem Trainer und Entdecker, Valerij Bauer, in die Rhein-Neckar-Metropolregion. Bauer empfahl ihr damals den Wechsel vom Weitsprung in den Sprint. „Er steht für innovatives Sprinttraining und ist bereit, andere Wege auszuprobieren," so Sailer, die mit einem Lächeln hinzufügt: „Er erfindet ständig neue Geräte, die er dann selbst zusammenbaut." Wie bei Peniel Mlapa hieß auch ihr ehemaliger Club 1860 München.

Zeitvergleich

Nachdem sich beide bekannt gemacht hatten, wurden natürlich zuallererst Zeiten ausgetauscht. 100 Meter läuft Sailer in 11,10 Sekunden - Europarekord. Mlapa gehört bei den regelmäßigen Sprinttests, die im Zuge des Trainings der Mannschaft gemacht werden, ebenfalls zu den Schnellsten. Nur: „Wir laufen ja nie 100 Meter. Auf dem Platz sind die Sprints in der Regel 30 bis maximal 60 Meter, bei den Tests laufen wir immer 30. Da kenne ich meine beste Zeit." 3,83 Sekunden. Vergleicht man die mit den 7,17 Sekunden, die Sailer auf 60 m bei den Hallen-Europameisterschaften in Turin die Bronze-Medaille einbrachten, ist das fast ein bisschen langsam. Zur Entlastung Peniels sei jedoch gesagt: Seine 3,83 lief er auf Rasen und in Fußballschuhen.

Trainingsvergleich

Für Leichtathleten gilt dasselbe wie für Fußballer. Erfolg kommt von Arbeit, Arbeit heißt Training. Für beide gleichermaßen spannend war daher der Vergleich des jeweiligen Trainingsalltags. Erste Einblicke hatte Verena bereits bei der Bambi-Verleihung erhalten: „Da habe ich mir das von Andi Köpke mal erklären lassen. Wir Leichtathleten trainieren in der Regel auf Events hin. Da gibt es dann mehrmonatige Phasen, in denen das Training sehr zurückgefahren oder umgekehrt intensiviert wird. Bei Fußballern ist ja ständig Wettkampf." „Das stimmt. Wir haben eigentlich jedes Wochenende ein Spiel", sagt Mlapa. Durch die verkürzte Winterpause bleiben nur noch knappe elf Wochen, in denen keine Spiele stattfinden. Die Intensität der Trainingseinheiten ist dementsprechend geringer, ein Umstand, der oftmals falsch interpretiert wird. Was genau bei Sprintern trainiert wird, stellte sich Mlapa im ersten Moment recht eintönig vor: „Rennst du die ganze Zeit nur?" Sailer aber kann lächelnd die Sorgen Mlapas zerstreuen: „Nein, das wäre auch ganz schön langweilig. Wir machen Kraft-, Sprint- und Ausdauertraining. Kondition ist sehr wichtig. Manchmal hat man auch drei Läufe an einem Tag." Während es beim Fußball unmöglich ist, einen alles entscheidenden Moment festzustellen - ist es der Pass, die Ballannahme oder der Schuss - gibt es genau das beim Sprint: „Der Start ist alles. Bei den 60 Metern geht es fast nur noch um den Start."

Zielvergleich

Hohe Ziele haben beide noch, sowohl der 19-jährige Mlapa als auch die 25-jährige Sailer. Für ihn ist es die deutsche Nationalmannschaft. Geboren in Togo wuchs er in Deutschland auf und geht zurzeit noch in der U21 auf Torejagd. Die U20 hat er übersprungen - nur ein weiterer Beweis seiner exzellenten Qualitäten. „Irgendwann will ich für die A-Nationalmannschaft spielen und bei einer WM auflaufen. Aber ich habe ja noch Zeit", sagt Mlapa über seine Träume. Für Leichtathleten heißt das größte Ziel immer Olympia. Für die Studentin des Sportmanagements der Universität Erding sind es daher zunächst die Olympischen Spiele 2012 in London. 2008 war sie bereits in Peking dabei und nennt die Erfahrungen von dort bis heute „unbeschreiblich". Die einzige Hoffnung für das Mega-Event in zwei Jahren: „Etwas erfolgreicher sein als 2008", als sie „nur" Fünfte wurde. Eine Gemeinsamkeit der beiden, neben der Sprinterqualität, lässt sich also feststellen: Unbedingter Wille zum Erfolg.

Das Video zum Treffen der Sprintasse gibt es auf achtzehn99.tv.

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