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17.10.2010

Hoffenheim dreht Pausenrückstand – 3:2-Sieg gegen M'Gladbach

1899 Hoffenheim hat nach vier Spielen ohne Erfolgserlebnis wieder einen Sieg eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick bezwang am Sonntagnachmittag Borussia Mönchengladbach mit 3:2 und kletterte auf Rang vier der Tabelle.

Die Devise vor der Partie war klar: Drei Punkte und ab auf Platz vier. Doch seit vier Spieltagenwar der Tabellenachte ohne Sieg, nach der Niederlage gegen Mainz 05, bei der Ralf Rangnick seiner Elf das beste Spiel seit einigen Wochen attestierte, sollte nun die Wende her. Vom Gladbacher Coach Michael Frontzeck gab es schon vor der Partie Lob: „Hoffenheim ist ein anspruchsvoller Gegner mit hoher individueller Qualität."

Neues in der Viererkette

Einer, der in den vergangenen Spielen mit seiner individuellen Klasse bestach, ist Gylfi Sigurdsson. Doch mit Traumfreistößen und taktischen Finessen konnte der Isländer das Publikum nicht begeistern. Von seiner Länderspielreise kehrte Sigurdsson mit Wadenproblemen zurück, die einen Einsatz gegen die Borussia nicht möglich machten. Abgesehen von Sigurdsson fehlten auch Simunic und Prince Tagoe (Grippaler Infekt), so dass Ralf Rangnick seine Formation verändern musste. Für Josip Simunic, der aufgrund seiner Roten Karte aus dem Spiel bei Mainz 05 fehlte, durfte Marvin Compper den Platz in der Innenverteidigung neben Isaac Vorsah einnehmen. Rechts verteidigte wie gewohnt Andreas Beck. Auf der linken Abwehrseite bekam Andreas Ibertsberger den Vorzug vor Christian Eichner. „Andi rückt in die Viererkette, weil das eine Konstellation ist, die schon oft miteinander gespielt hat und er einer der besten Zweikämpfer im Team ist", begründete Rangnick seine Entscheidung. Vor der Viererkette agierte Luiz Gustavo, Salihovic und Sebastian Rudy komplettieren die Mittelfeldreihe. Im offensiv ausgerichteten 4-3-3-System gingen Vedad Ibisevic, Demba Ba und Peniel Mlapa auf Torejagd.

Nach Bobadilla-Treffer Bruch im Spiel von 1899

Hoffenheim von Beginn an hellwach und zielstrebig im Spiel nach vorne. Die von Chef-Trainer Ralf Rangnick geforderte Feinabstimmung zwischen den Mannschaftsteilen schien sein Team zu beherzigen. Die ersten zehn Minuten gehörten auch klar den Kraichgauern. Doch Mlapa (3.), Rudy (5.) und erneut Mlapa, der die bis dahin größte Chance im Eins-gegen-Eins mit Logan Bailly vergab (9.), verpassten die überfällige Führung. Aus dem Nichts hebelte in der 13. Minute ein langer Ball aus der Borussen-Hälfte geschlagen die Hoffenheimer Defensive aus. Reus legte quer auf Bobadilla, der Starke schön überlupfte und zum 1:0 für die Fohlen traf. Fortan war ein Bruch im Spiel der Blau-Weißen. Man zeigte sich zwar weiterhin spielbestimmend, doch die Borussia machte die Räume sehr eng und Hoffenheim fand kein Mittel die „Fohlen" ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Die hohe Fehlerquote in der Offensive machte es den Hoffenheimern nicht einfacher.

1899 wie ausgewechselt

Zur Pause stellte Rangnick um, gab dem jungen Boris Vukcevic eine Chance und nahm Ibisevic vom Platz. Die Umstellung trug auch sofort Früchte. Vukcevic köpfte energisch in den Lauf von Mlapa, der Gladbachs Kapitän Filip Daems stehen ließ und scharf an den Fünfmeterraum passte. Demba Ba lauerte in der Mitte und drückte den Ball mit dem langen Bein über die Linie (46.). Hoffenheim nun wie ausgewechselt. Nur fünf Minuten später fasste sich Andreas Beck ein Herz und zimmerte das Leder an den Querbalken - ein Hauch von Wembley wehte durch die Rhein-Neckar-Arena, denn der Ball titschte kurz vor der Linie auf und von dort zurück ins Feld. Nach und nach erholte sich die Borussia zwar vom Paukenschlag der ersten 60 Sekunden in Durchgang zwei, sah sich jedoch zunehmend unter Duck der Gastgeber. Nicht zuletzt dank einer Unbeherrschtheit von Juan Arango, der sich für ein eigentlich harmloses Foul von Sejad Salihovic mit einem Tritt in den Unterleib revanchierte und zurecht vom umsichtig leitenden Schiedsrichter Michael Weiner des Feldes verwiesen wurde (61.). Doch dem nicht genug: Ecke Salihovic auf den Kopf von Ba und es stand 2:1 für 1899 (67.) - das Spiel war gedreht. Das Tor bekam allerdings nicht Ba zugesprochen, denn Gladbachs Anderson hatte den Ball entscheidend in Richtung Tor abgelenkt.

Einen Treffer hatte die Mannschaft von Ralf Rangnick noch in der Reserve. In der 81. Minute wurde Demba Ba im Strafraum niedergerungen, den fälligen Elfmeter verwandelte Sejad Salihovic sicher zur Vorentscheidung (82.). Sebastian Schachten erhielt von Weiner zudem die Rote Karte wegen der Notbremse an Ba. Doch für den emotionalsten Moment des Spiels sorgte Matthias Jaissle. Mit stehenden Ovationen feierte die Rhein-Neckar-Arena den Rückkehrer, für den eine 18-monatige Leidenszeit zu Ende ging. Auch Chinedu Obasi kam nach einer Stressfraktur im Schienbein zu seinem ersten Einsatz seit der WM in Südafrika. Die Stimmung tat auch der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit von Idrissou keinen Abbruch, stellte dieserohnehin nicht mehr als Ergebniskosmetik aus Sicht der Borussia dar.

Daten & Fakten zum Spiel »

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