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25.08.2010

Nächster Gegner: Der Kult-Klub ist zurück – und wie!

Der Kultverein aus Hamburg ist zurück in der Bundesliga. In den Abgründen der Regionalliga verschollen, ist der FC St. Pauli im Eiltempo auf der Landkarte des deutschen Fußballs zurück gekehrt und sorgte im Auftakt-Spiel beim SC Freiburg in eindrucksvoller Manier für den ersten Auswärtssieg. „Es ist unglaublich, was in den zurückliegenden Jahren mit uns passiert ist“, sagt Trainer Holger Stanislawski immer noch ungläubig. „Erst als wir unsere Gegner auf dem Spielplan gesehen haben, ist alles ein Stück reeller geworden.“

Holger Stanislawski ist so etwas wie die Erfolgsfigur des FC St. Pauli. Er formte in fast aussichtsloser Situation eine Mannschaft, die den Klassenerhalt in der Regionalliga Nord schaffte und stellte in den darauffolgenden drei Jahren ein schlagkräftiges Team zusammen, das den Sprung zurück in die Belle Ètage schaffte. Im Herbst 2006 übernahm der heute 40-Jährige als amtierender Sportchef das Traineramt - die Erfolgsgeschichte des einstigen Innenverteidigers des FC St. Pauli nahm seinen Lauf.

Fünf Neuzugänge durfte Stanislawski zum Trainingsauftakt begrüßen. Darunter auch den 43-fachen deutschen Nationalspieler Gerald Asamoah, der beim Magath-Klub keine Perspektive mehr sah. Auf St. Pauli wurde der 32-Jährige mit offenen Armen empfangen. „Er ist genau der Spielertyp, der uns gefehlt hat. Er verleiht unserem Spiel nochmal eine ganz andere Qualität", lobt Stanislawski. Moritz Volz kam zudem vom FC Fulham, Carlos Zambrano auf Leihbasis aus Schalke sowie Fin Bartels von Zweitliga-Absteiger Hansa Rostock. Punktuelle Verstärkungen für ein funktionierendes Grundgerüst. Denn Stanislawski ist überzeugt, dass der Kader ausreichend Qualität besitzt, die Klasse zu halten und hat aus diesem Grund auf den ganz großen Umbruch verzichtet. „Wir sind von der Qualität des Kaders überzeugt. Diejenigen, die den Aufstieg geschafft haben, sollen jetzt auch eine Liga höher dabei sein. Wir haben uns deshalb ganz bewusst nur gezielt verstärkt und auf Qualität geachtet."

St. Pauli zeichnete im Aufstiegsjahr vor allen Dingen eines aus: Die offensiv ausgerichtete Spielweise. 72 Treffer gelangen den Kiez-Kickern - so viele wie keiner anderen Mannschaft in Liga zwei. Von dieser Ausrichtung möchte er auch eine Etage höher nicht abweichen. „Wir wollen auch in der Bundesliga mutig spielen. Wenn wir nicht mutig sind, haben wir keine Chance." Couragiert und mutig nach vorne, erst recht nach dem enttäuschenden Erstrunden-Aus im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC - der Rückschlag kam zu richtigen Zeit. Denn zum Bundesliga-Auftakt beim SC Freiburg drehte der Aufsteiger in den Schlussminuten einen 0:1-Rückstand in ein beachtliches 3:1. "Wir haben gezeigt, dass wir zu 100 Prozent fit sind, eine Super-Moral und hohe Qualität haben", erklärte Fin Bartels, der den verdienten Endstand herstellte (90.). Zuvor sorgten Fabian Boll (83.) und Richard Sukuta-Pasu (89.) für die 2:1-Führung.

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