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15.09.2010

Nächster Gegner: Der Betzenberg brennt wieder

Das Fritz-Walter-Stadion auf dem Lauterer Betzenberg ist wieder zum Leben erwacht. Nach Jahren der Zweitklassigkeit weht Erstligaluft durch die Heimat der Roten Teufel. Chef-Trainer Marco Kurz und Vereinsboss Stefan Kuntz haben den Traditionsverein aus der Pfalz wieder auf Kurs gebracht und eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut.

Kaiserslautern ist also zurück in der Bundesliga. Aber war da nicht schon einmal etwas? Genau! Ein Aufsteiger mit Trainer Otto Rehhagel stürmte nach 34 Spieltagen an die Tabellenspitze und schaffte ein Novum in der Bundesliga-Geschichte. Noch nie zuvor gelang einem Emporkömmling der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Doch das war einmal, die Realität sieht etwas anders aus. Nach den Abgängen der Leistungsträger Erik Jendrisek (Schalke 04), Sidney Sam (Bayer Leverkusen) und Georges Mandjeck (Stade Rennes) backen die Lauterer in diesem Jahr kleinere Brötchen - Nichtabstieg ist das erklärte Ziel. Der Aderlass war groß. „Das Trio hatte großen Anteil am Aufstieg. Doch nun haben wir eine neue Gruppe. Von der sind wir absolut überzeugt", richtet Marco Kurz den Blick nach vorne.

Anführer der jungen Wilden ist Kapitän Martin Amedick. 3.060 Zweitliga-Minuten standen auf seinem Einsatzkonto der vergangenen Saison, im Klartext heißt dies: 34 Spiele über 90 Minuten. Auch sein Nebenmann in der Viererkette Rodnei kam auf die gleiche Spielzeit. Insgesamt bestritten zehn Akteure aus dem Kader des FCK 30 und mehr Ligaspiele. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch ein fehlender Konkurrenzkampf. Doch es wurde Abhilfe geschaffen. Jan Simunek kam vom VfL Wolfsburg in die Pfalz und hat dem eingespielten Duo den Kampf angesagt. „Ich komme, um zu spielen", sagt der Tscheche selbstbewusst. Bislang kam der 23-Jährige jedoch nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinaus. Auch im Mittelfeld ist ein harter Kampf um die Stammplätze entbrannt. Zum bereits etablierten Jiri Bilek gesellten sich die Neuzugänge Christian Tiffert, Oliver Kirch und Jan Moravek. Für Ivo Iličević blieb zunächst nur der Platz auf der Bank, er wurde jedoch im ersten Spiel zur Pause für Kirch eingewechselt und erzielte den Schlusspunkt beim 3:1-Erfolg in Köln. Ein besseres Bewerbungsschreiben für einen Stammplatz gibt es nicht. Trainer Marco Kurz sah dies ähnlich und schenkte ihm einen Platz in der Startelf beim Gastspiel des Rekordmeisters Bayern München auf dem Betzenberg. Kurz wird es nicht bereut haben, denn sein Torjäger erzielte im ersten Durchgang die Führung, verabschiedete sich jedoch in der Nachspielzeit vorzeitig mit Gelb-Rot zum Duschen. Lakic hatte nur 60 Sekunden nach der Führung mit seinem vierten Saisontor auf 2:0 erhöht. „Es war ein Wahnsinnsabend. Ich denke, heute haben Herz und Wille gewonnen", freute sich Kurz: „Es ist ein tolles Geschenk, gemeinsam mit den Fans den amtierenden Meister schlagen zu dürfen."

Eine Woche nach dem fulminanten Erfolg über den Rekordmeister setzte es ausgerechnet beim Derby gegen Mainz 05 die erste Niederlage der Saison. Beim 1:2 (1:0) zeigten Kurz‘ junge Wilde zwar erneut eine engagierte Leistung, ein später Doppelschlag der Mainzer durch Niko Bungert und Andre Schürrle drehte das Spiel. Marco Kurz bescheinigte seiner Elf ein gutes Auftreten und sprach bei den Gegentreffern von Pech: „Wir haben das Derby gut angenommen. Leider haben wir im Spiel nach vorne Fehler gemacht und kamen gegen einen leidenschaftlich spielenden Gegner nicht mehr zur Entfaltung. Die Gegentore waren zwar unglücklich, aber eine Konsequenz aus der Druckphase von Mainz 05."

Trotz des ersten Punktverlusts brennt das Feuer auf dem Betzenberg weiter. Vielleicht etwas kleiner, aber immer noch gut sichtbar. „Das Spiel wirft uns nicht zurück, wir haben als Mannschaft viel gearbeitet und sind viel gelaufen, das Kollektiv funktioniert. Wir müssen nur noch etwas cleverer werden", analysierte Abwehrspieler Florian Dick. Nach vielversprechendem Start gilt es nun, die unglückliche Derby-Niederlage zu verarbeiten und sich diszipliniert und intensiv auf die bevorstehende englische Woche mit drei Spielen vorzubereiten. Der dänische Neuzugang Leon Jessen kann dem Spielemarathon nur Positives abgewinnen: „Ich finde das persönlich gut, wenn man viele Spiele hat. Man kommt in einen guten Rhythmus." Ob die „Roten Teufel" den Rhythmus gegen Spitzenreiter Hoffenheim wiederfinden, bleibt abzuwarten. Sollte der Aufsteiger aber erneut patzen, wird aus dem Feuer auf dem Betzenberg wohl erst mal wieder ein Flämmchen.

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