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04.11.2010

Isaac Vorsah im Interview

Wäre nicht seine Körpergröße und seine Präsenz im Abwehrzentrum, man würde Isaac Vorsah wahrscheinlich einen unscheinbaren Zeitgenossen nennen. Der gebürtige Ghanaer spielt seit 2007 bei 1899 Hoffenheim und hat mittlerweile 51 Bundesligaspiele absolviert. Auch in der Nationalmannschaft seines Heimatlandes ist der Innenverteidiger gesetzt und beeindruckte die internationale Presse mit seinen Auftritten bei der Afrikameisterschaft 2009 und der Weltmeisterschaft 2010. Im Interview mit achtzehn99.de spricht Vorsah darüber, warum er irgendwie unter dem Radar fliegt, wie er die Verletzung weggesteckt hat und was ihm an seiner neuen Heimat besonders gefällt.

Isaac, Du bist jetzt seit 2007 bei Hoffenheim. Dennoch wissen die Leute recht wenig von Dir. Woran liegt das?

Ich bin ein ruhiger Mensch. Das heißt aber nicht, dass ich Menschen meide, die meisten mag ich sehr gerne. Und wenn man mich näher kennt, dann rede ich auch mehr. Es stimmt allerdings, dass ich niemand bin, der sich in den Vordergrund drängen muss und irgendwas in jede Kamera sagt.


Kannst Du Dich noch an deine ersten Eindrücke erinnern, als Du direkt aus Ghana nach Hoffenheim kamst?

(lacht) Es war alles sehr ruhig. Insgesamt ist es hier ganz anders als bei mir zu Hause. Beeindruckt war ich vor allem von der Natur und eben der Ruhe.


Man vergisst heute schnell, dass Du bereits in der Saison 2007 alle 17 Hinrundenspiele für Hoffenheim absolviert hast - bis Dich ein Kreuzbandriss zurückgeworfen hat.

Die Verletzung war sehr hart für mich. Ich hatte mich in die Mannschaft gekämpft und wurde besser. Und dann schaltet dich so eine Verletzung ein halbes Jahr lang aus. Dann brauchst du mindestens genauso lange wieder, um die alte Form wieder zu erlangen. Dann heißt es arbeiten, arbeiten, arbeiten. So richtig fit fühle ich mich erst wieder seit einem halben Jahr.


In der Mannschaft giltst Du als „coole Socke", aber umgänglicher Typ. Wie ist Dein Verhältnis zu den anderen Jungs?

Sehr gut. Ich versuche den Menschen mit Respekt zu begegnen. Ich denke, dass alles irgendwann auf einen zurückfällt. Wenn ich anderen Menschen und vor allem meinen Kollegen mit einem Lächeln begegne, dann antworten diese auch mit einem Lächeln.

Auf Deinen Heimaturlaub im ersten Winter musstest Du verzichten. Stimmt es, dass Du Weihnachten mit dem Physiotherapeut Michael Grau verbracht hast?

Ja, das stimmt. Michael ist ein wunderbarer Mensch und hat mich über die Feiertage direkt zu sich aufgenommen. Wir haben klassische deutsche Weihnachten gefeiert, das kannte ich so gar nicht. Er hat mich überall mit hingenommen und mir alles gezeigt.


Nehmen wir an, wir stehen vor dem Filmregal von Isaac Vorsah: Welche Filme stehen vor uns?

Ich mag ganz verschiedene Filme, aber hauptsächlich Actionfilme oder Filme, in denen eine gute Story erzählt wird.


Du kommst wie Prince Tagoe aus Ghana. Hast Du Dich gefreut, als du hörtest, dass Hoffenheim einen Landsmann verpflichten möchte?

Auf alle Fälle. Aber nicht nur, weil Prince und ich aus demselben Land stammen. Prince und ich kennen uns, seit wir kleine Kinder sind. Wir sind praktisch zusammen aufgewachsen. Als er mir erzählt hat, dass er eventuell nach Hoffenheim kommt, habe ich mich sehr gefreut und ihm sofort davon berichtet, wie gut es mir gefällt. Natürlich wollte ich ihn auch ein wenig hierher locken (lacht).


Seit zwei Jahren bist Du auch fester Bestandteil der Nationalmannschaft Ghanas, mit der Du ins Finale der Afrikameisterschaft und ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft gekommen bist. Was bedeuten Dir die Auftritte für das Nationalteam?

Es ist eine große Ehre, für Ghana spielen zu dürfen. Wir haben zuletzt gute Leistungen bei den großen Turnieren gezeigt. Daran müssen wir anknüpfen.


Vermisst Du Deine Heimat?

Ich war lange nicht mehr dort, daher vermisse ich meine Familie und Freunde momentan schon sehr. Aber ich hoffe, sie bald wieder sehen zu können.


Viele Spieler, die den Sprung aus Afrika in die europäischen Ligen schaffen, lassen den Zurückgebliebenen finanzielle Unterstützung zukommen. Wie ist das bei Dir?

Das ist bei mir nicht anders als bei Prince oder Chinedu. Wir alle versuchen so gut zu helfen wie es geht. Die Leute in meiner Heimat sind sehr arm. Dank meiner Rolle als Fußballer bin ich in der Lage, meine Familie und meine Freunde zu unterstützen. Dafür bin ich dankbar und das mache ich, soweit es mir eben möglich ist.


Du hast deinen Vertrag kürzlich bis 2014 verlängert. Demnach fühlst Du Dich nach wie vor wohl in Hoffenheim?

Klar, ich habe hier sehr viel gelernt und mich gut entwickelt. Ich hoffe, noch weitere schöne Jahre hier zu erleben. Ich lebe und arbeite sehr gerne
hier.

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