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02.04.2010

Interview der Woche: „Habe in der Rückrunde nicht mein Top-Niveau erreicht“

Marvin Compper ist ein Mann offener Worte. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Bewertung seiner eigenen Leistung geht. Im achtzehn99-Interview spricht der Innenverteidiger über den nächsten Gegner, die Entwicklung in der Rückrunde und bewertet seine eigene Leistung in den letzten Wochen.

Marvin, am Sonntag reist ihr nach Wolfsburg, die unter der Woche in der Europa-League ran mussten. Ist dies ein Vorteil für Euch und wie müsst ihr in der Volkswagen-Arena auftreten, um Euch den möglichen Vorteil zu nutzen zu machen?

Ich denke, gestern war schon ein schwieriges Spiel für Wolfsburg, das wird ihnen sicherlich noch in den Knochen stecken. Unsere Aufgabe wird sein, dies auszunutzen, das Tempo am Wochenende hoch zu halten. Wir dürfen Wolfsburg nicht zur Ruhe kommen lassen und sie 90 Minuten lang beschäftigen. Dann sind wir am Ende im Vorteil, da wir unter der Woche nicht gespielt haben.


Wo siehst du die Stärken und Schwächen der Wölfe?

Wolfsburg ist dafür bekannt, dass sie sehr offensiv auftreten, aber dementsprechend in der Defensive auch ihre Lücken haben. Wir müssen versuchen hinten dicht zu halten und vorne diese Lücken auszunutzen.


Dzeko, Grafite und Misimovic: Wie kann man dieses Offensiv-Trio stoppen?

Indem wir so wenig Fehler wie möglich machen, nah an ihnen dran sind und ihnen nur wenig Raum lassen. Es ist enorm wichtig, dass wir sie nicht ins Spielen kommen lassen. Aber ich denke, dass die Wolfsburger Mannschaft nicht nur aus Dzeko, Grafite und Misimovic besteht. Sie haben noch andere gefährliche Spieler. Daher müssen wir sehr kompakt stehen und über schnelle Konter zum Erfolg zu kommen.


Sechs Spiele sind noch zu absolvieren. Mit welchen Zielen geht ihr in die restlichen Partien?

Grundsätzlich geht es jetzt noch darum, uns Woche für Woche gut zu präsentieren, die Dinge, die der Trainer anspricht versuchen besser zu machen. Ich möchte aber auch nicht zu weit nach vorne schauen, als Spieler musst du dich immer auf das nächste Spiel konzentrieren. Das ist momentan das einzige was zählt - in Wolfsburg zu punkten.


Die Rückrunde verlief bislang nicht so, wie ihr Euch das vorgenommen habt. Wie bewertest Du die Entwicklung in der Rückrunde?

Bei Entwicklungen geht es nicht nur bergauf. Es ist sicherlich so, dass wir rein punktemäßig nicht das geholt haben in der Rückrunde, was wir uns vorgenommen haben. Es war aber auch so, dass es in dem einen oder anderen Spiel auch sehr knapp zu ging, Nuancen über den Ausgang der Partie entschieden haben. Wichtig ist, dass wir weiter hart arbeiten, jeder versucht sich einzubringen, an seinen Schwächen arbeitet und seine Stärken weiter ausbaut.


Wie zufrieden bist Du persönlich mit Deinen Leistungen nach der Winterpause?

Ich habe in der Rückrunde nicht mein Top-Niveau erreicht, ganz klar. Ich versuche einfach weiter an mir zu arbeiten, um wieder an dieses Niveau heranzureichen. Dennoch bin ich aber auch der Meinung, dass ich in der Hinrunde letztes Jahr genauso Fehlpässe gespielt und Stellungsfehler in meinem Spiel gehabt habe. Nur wurde dies alles anders betrachtet. Sowohl von uns, von den Fans und auch von der Presse. Deswegen sollte man manche Dinge nicht überbewerten und es so hinstellen, als wären wir momentan in einer desolaten Verfassung. In der Phase, in der es so gut lief, haben manchmal auch nur Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben.


Wie bist Du mit der Kritik an Deiner Person in den Medien umgegangen?

Kritik gehört dazu. Das kannte ich auch schon aus Mönchengladbach. Man muss in dieser Phase nach vorne schauen, versuchen sein Spiel wieder zu verbessern und Stabilität rein zu bekommen. Genau das tue ich auch. Ganz spurlos geht dies sicherlich nicht an einem vorbei, aber wenn man drüber nachdenkt, ist es logisch. Wir gewinnen in letzter Zeit selten und dann gibt es immer Kritik, sei es intern oder extern. Damit muss man lernen umzugehen, wenn man in diesem Geschäft arbeitet.

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