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PROFIS
30.03.2010

Inside 1899: Tobias Weis

Er ist 1,70 m groß, trägt die Rückennummer 17. Ob es da einen Zusammenhang gibt? „Könnte man meinen“, lacht Tobias Weis. „Aber nein. Die 17 ist einfach meine Glückszahl.“

Ob er auch in der kommenden Saison mit dieser Nummer auf dem Rücken spielen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch, dass Hoffenheims Mittelfeldmann mindestens zwei weitere Jahre das Trikot mit dem Hoffenheim-Logo trägt, denn vergangenen Freitag unterzeichnete er seinen neuen Vertrag.

Jugend beim VfB Stuttgart

Weis gehört zu den Lieblingen der Fans, gilt bei den Teamkollegen als Spaßvogel. Knapp drei Jahre ist er mittlerweile bei 1899 Hoffenheim. Im Sommer 2007 kam der gebürtige Schwäbisch Haller vom VfB Stuttgart in den Kraichgau. Mit ihm gelang Hoffenheim der Aufstieg in die oberste deutsche Spielklasse. 15 Partien absolvierte der Mittelfeldmann damals in der zweiten Liga und erzielte dabei ein Tor - sein bislang einziger Profi-Pflichtspieltreffer. Es folgte die erste Bundesliga-Saison. Eine Premiere für den ganzen Klub und auch für Weis selbst. Zwar wurde er mit Stuttgart in der Saison 2006/07 offiziell zum Deutschen Meister gekürt, da er im Winter 2006 einen Profi vertrag erhalten hatte, kam aber dort nie zum Einsatz. „Kleinere Verletzungen haben mich immer wieder zurückgeworfen", sagt der 24-Jährige, der seit der D-Jugend die Juniorenmannschaften des VfB durchlaufen hatte. Fast 150 Kilometer mussten seine Eltern anfangs täglich zurücklegen, um ihren Sohn zum Training oder zu Spielen in die Landeshauptstadt zu chauffieren. „Ohne sie wäre ich nicht Profi geworden, dafür bin ich ihnen sehr dankbar", so Weis. Im Alter von 17 zog er schließlich von zu Hause aus und wohnte von nun an im Olympiastützpunkt Stuttgart. Er hat als Jugendlicher viel investiert in seine Fußballerkarriere.

Stammplatz zurückerobert

Heute profitiert der „Kampfquirl" - wie ihn die Medien tauften - davon. Er ist wendig, trickreich, hat ein gutes Auge. Weis ist ein Instinktfußballer. „Einen wie ihn gibt es vom Körperbau und der Spielweise her nicht oft in der Liga", sagt Ralf Rangnick über seinen Schützling. In dieser Saison konnte der Hoffenheimer Trainer allerdings erst elf Mal auf Weis zurückgreifen. Nach seiner jüngsten Verletzungspause feierte er beim 2:0 in Berlin nach elf Wochen Abstinenz sein Comeback. „Es war für ihn, aber auch für uns wichtig, dass er wieder gespielt hat", zeigte sich der Coach anschließend erfreut. „Denn das Element, das er einbringt, tut uns gut." Gegen Mainz, Bremen, Nürnberg und Freiburg spielte Weis bereits wieder von Beginn an. Er hat sich seinen Stammplatz in der Hoffenheimer Startaufstellung zurückerobert. Er ist eben ein Kämpfer. Und kämpfen hat er gelernt. Verletzungen zwangen ihn in dieser Spielzeit wiederholt zum Zuschauen. Am 24. August wurden Weis Schleimhautfalten im linken Knie entfernt und eine Knorpelglättung durchgeführt, ein weiterer operativer Eingriff erfolgte im Dezember, um die anhaltenden Schmerzen vollends zu lindern. Während sich seine Teamkollegen die Bälle auf dem Rasen zuspielten, war die Zeit von Weis geprägt von Reha-Maßnahmen, die nicht nur in Hoffenheim stattfanden, sondern auch beim DFB-Physiotherapeuten Klaus Eder im Donaustaufer Therapiezentrum. „Obwohl unsere Ärzte und Physiotherapeuten einen klasse Job machen, war es wichtig, auch mal was anderes zu sehen."

Bisher ein Länderspieleinsatz

Die Fans sind ihm trotz der Verletzungen immer treu geblieben. „Vor allem nach Rückschlägen haben sie mich immer unterstützt. Das weiß ich zu schätzen." Besonders imponiert ihm auch, wie die Anhänger trotz der aktuell schwierigen sportlichen Situation hinter der Mannschaft stehen. „Nach dem Bremen-Spiel haben sie uns trotz der Niederlage gefeiert. Das registriert man natürlich positiv, so etwas tut gut." Gut tut Weis auch die ländliche Ruhe im Kraichgau. Er lebt zurückgezogen mit Freundin Rehana in Bad Rappenau. „Klar fehlt mir manchmal die Großstadt. Aber das Leben hier hat auch Vorteile. Man kann sich voll auf das Sportliche konzentrieren", sagt Tobias Weis. Und so klappt das dann vielleicht demnächst auch wieder mit der Rückkehr in die DFB-Auswahl. Weis' Nationalmannschafts-Karriere kam durch die wiederholten Verletzungspausen ins Stocken. Gemeinsam mit Teamkollege Marvin Compper wurde er im November 2008 als erster Hoffenheimer von Bundestrainer Joachim Löw für ein Länderspiel nominiert. Compper durfte von Beginn an ran, Weis kam noch nicht zum Einsatz. Dieser folgte dann im Juni 2009 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate im Rahmen der Asien Reise. Beim 7:2-Erfolg der Deutschen Nationalmannschaft in Dubai wurde er in der 66. Minute eingewechselt. Die Weltmeisterschaft in Südafrika kommt nun aber wohl noch zu früh. „Das ist ein großer Traum", sagt Weis und fügt schmunzelnd an: „Falls der Anruf vom Bundestrainer kommen sollte, wäre ich aber natürlich sofort bereit."

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