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04.04.2010

Inside 1899: Das Geheimnis, das keines mehr ist

1899 Hoffenheim schlägt den Hamburger SV im Oktober 2008 mit 3:0 und jeder fragt sich, wie die Neuankömmlinge aus dem Kraichgau den Traditionsclub aus dem Norden derart an die Wand spielen konnten. Joris Mathijsens Frage nach der Partie fast schon legendär: „Was hat man denen eigentlich zu essen gegeben?“

Doch mit einem scheinbar leistungsfördernden Nahrungsmittel hatte dies nichts zu tun. Matthias Bauer scheint die Antwort auf diese Frage zu kennen. Erzählt hat er die Geschichte, die sich im Vorfeld der Partie in Mannheim zugetragen hat, schon einige Male. „Wir waren auf dem Weg zum Carl-Benz-Stadion, als kurz vor dem Stadion kein Durchkommen mehr war - Fahrzeuge hatten die Zufahrt komplett versperrt. Ich konnte nicht weiter, es blieb mir nichts anderes übrig als den Rückwärtsgang einzulegen und den Bus 300 Meter zurückzusetzen - unmittelbar vor dem Spiel. Wir kamen auch rund zehn Minuten später als geplant. Aber das Ergebnis spricht für sich, vielleicht hat das damals alle Beteiligten so gepusht", lacht Bauer, der gleich mit der nächsten Anekdote aufwartet. „Ich habe von einigen Busfahrer-Kollegen gehört, dass die komplette Mannschaft bei ihnen aus dem Bus aussteigen musste, ehe dieser rückwärts fahren durfte." Bei Rangnick sei dies zum Glück nicht so. Man pflegt ein gutes Verhältnis, kennt sich ja schon aus den Anfangstagen der Regionalliga. Die Aufstiege hat Bauer alle miterlebt, die Fahrt zur großen Aufstiegsfeier am Sinsheimer Messegelände ist nach wie vor in Erinnerung geblieben. „Es hatte so stark angefangen zu regnen, dass ich nie geglaubt hätte, dass uns tausende Menschen am Straßenrand zujubeln würden. Ein unglaublich schönes Gefühl."

40.000 bis 50.000 Kilometer legt Bauer jährlich mit dem blau-weißen 430 PS starken Gefährt quer durch Deutschland zurück, geht es ins Wintertrainingslager ins spanische La Manga, werden es schon mal ein paar Kilometer mehr. Hoffenheim, Lyon, Barcelona, Valencia, Alicante, La Manga - diese Route kennt der 50-Jährige aus dem Effeff. Zweimal legte er sie bereits zurück. Voll bepackt mit Bällen, Schuhen, Trainingsklamotten und Getränken fuhr Bauer die rund 1.800 Kilometer nach Spanien. „Wir machen das nicht, weil wir zu viel Geld haben", stellt Bauer klar. „Es ist wesentlich preisgünstiger, als das Gepäck mit dem Flugzeug zu transportieren." Zu den Auswärtsspielen fährt Bauer zumeist mit dem 13 Meter langen Bus voraus, holt die Mannschaft bei ihrer Ankunft am Flughafen ab und bringt sie zum Hotel. Auf der Autobahn passieren da schon mal kuriose Dinge. „Manchmal fahren Autos auf Höhe des Busses langsamer, bremsen rasant ab und behindern sogar den Verkehr, nur um aus dem Auto raus ein Foto vom Mannschaftsbus zu schießen", sagt Bauer. Ein Unfall ist ihm in den acht Jahren bei 1899 Hoffenheim zum Glück noch nicht passiert - und so soll es auch bleiben.

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