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27.11.2010

Erster Punktgewinn gegen Bayer in der Bundesliga

Der Bann ist gebrochen. Zum ersten Mal in seiner noch jungen Bundesligageschichte kann 1899 Hoffenheim Bayer 04 Leverkusen Punkte abnehmen. Im fünften Anlauf sicherte Gylfi Sigurdsson der Elf von Trainer Ralf Rangnick einen verdienten Punkt und hatte das späte Glück auf seiner Seite. Ein Elfmeter in der Nachspielzeit brachte das 2:2.

„Gegen Leverkusen haben wir noch nie ein gutes Spiel gemacht", verriet Andreas Ibertsberger vor dem Spiel. In den Jahren zuvor kassierten die Kraichgauer deutliche Niederlagen. Doch heute sollte alles anders werden. Im Vergleich zum 4:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt setzte Trainer Ralf Rangnick gegen den Tabellendritten aus dem Rheinland auf ein 4-3-3-System. Das Hoffenheimer Gehäuse hütete erneut Daniel Haas. Auch in der Viererkette gab es keine Veränderungen. Marvin Compper und Isaac Vorsah bildeten die Innenverteidigung. Rechts verteidigte Kapitän Andreas Beck, die linke Abwehrseite beackerte Andreas Ibertsberger. Vor der Abwehrreihe vertraute Rangnick Luiz Gustavo, Sebastian Rudy, Sejad Salihovic und Boris Vukcevic. Im Angriff wirbelte der zweifache Torschütze vom Frankfurt-Spiel, Vedad Ibisevic. Neben dem Bosnier sorgte Peniel Mlapa für Gefahr vor dem Tor von Bayer-Keeper René Adler. Mlapa war die einzige Änderung in der Startelf. Für ihn musste Demba Ba zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Blitzstart der Gäste

Mit Anstoß ging die Partie für die Gastgeber sofort gut los. Vukcevic schickte Rudy auf rechts. Dessen Flanke verfehlten Ibisevic und Mlapa in der Mitte nur knapp. Das blieb zunächst aber die einzige Offensivaktion von 1899. Leverkusen drückte aufs Tempo, die Hoffenheimer Defensive stand alles andere als kompakt und sicher. Die ersten offensiven Akzente auf Seiten der Gäste setzte Renato Augusto. Ein strammer Schuss aus 20 Metern ging knapp am Kasten von Haas vorbei. Im Strafraum war Augusto schon an Vorsah vorbei, legte sich den Ball aber zu weit vor. Doch Bayer reichte ein zweiter Torschuss, um in der achten Minute in Führung zu gehen. Sidney Sam hob einmal den Kopf und schlenzte das Leder zum 1:0 ins lange Eck. Nur zwei Minuten später der nächste Nackenschlag für Hoffenheim.Vukcevic zog Augusto im 16er ungeschickt die Beine weg. Den fälligen Strafstoß verwandelte Arturo Vidal zum 2:0.

Hoffenheim verunsichert

Ein denkbar schlechter Start für Hoffenheim. Und auch nach den zwei frühen Toren spielte erstmal nur die Elf von Jupp Heynckes. 1899 wirkte verunsichert, das Spiel nach vorne war von Fehlpässen und Unstimmigkeiten geprägt. Zusätzlich waren die Leverkusener in den Zweikämpfen deutlich präsenter und gewannen so gut wie jeden im Mittelfeld. Zum ersten Mal wurden die Kraichgauer wieder in der 21. Minute gefährlich. Becks Hereingabe von der rechten Seite vollendete Ibisevic. Sein Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht. 25 Minuten dauerte es, bis sich Hoffenheim wieder gefangen hatte und auch im Spiel nach vorne wieder klare Aktionen zeigte. Doch erneut Ibisevic und zwei Mal Vorsah rutschten am Ball vorbei oder scheiterten an René Adler.

Ibisevic verkürzt

Gegen Ende der ersten Hälfte verflachte die Partie. Leverkusen verwaltete die Führung und 1899 fand durch die gut gestaffelten Abwehrreihen der „Werkself" kein Durchkommen. Und dann zappelte der Ball doch im Netz der Leverkusener. Ibisevic brachte seine Haarspitzen an einen Freistoß seines bosnischen Teamkollegen Salihovic an den Ball und seine Mannschaft mit seinem vierten Saisontreffer in der 38. Minute wieder ran. Der Anschlusstreffer sorgte für Aufwind im Hoffenheimer Spiel. Über die Außenbahnen machten die Gastgeber Dampf, doch noch stand Bayer sicher.

Hoffenheim dreht auf - zunächst ohne Erfolg

Zur zweiten Halbzeit ersetzte Rangnick den unglücklich aufgetretenen Mlapa mit Demba Ba und auch das Spiel der Hoffenheimer nahm an Fahrt auf. In der 49. Minute hatte Ibisevic die große Möglichkeit zum Ausgleich als er aus der Drehung und vier Metern aufs Tor schoss, aber nur Adler traf. Das Spiel machte nur noch eine Mannschaft. 1899 rannte an, Bayer verteidigte und lauerte auf Konter. Nach 64 Minuten hatte Ba die nächste Chance. Aus 18 Metern zog der Senegalese ab. Sein Schuss streifte nur knapp über die Latte. Trotz der Temposteigerung in Hälfte zwei kamen die Hoffenheimer aber nur zu wenigen Chancen. Meistens fehlte die Konzentration beim entscheidenden Pass oder ein Leverkusener Abwehrbein schnellte im letzten Moment dazwischen. Und zu guter Letzt fehlte dann auch noch das Quäntchen Glück. Der eingewechselte Gylfi Sigurdsson bewies bei einem Freistoß Gefühl, fand Ba, der im Rutschen gerade noch das Leder erwischte. Doch mit zu wenig Druck hinter dem Ball packte Adler sicher zu. Nur kurze Zeit später hatten Rudy und Sigurdsson direkt nacheinander freie Schussbahn. Rudy verpasste, Sigurdssons Schuss wurde geblockt.

Das Glück des Tüchtigen

Und dann war das Glück der letzten Minute endlich mal auf Seiten der Hoffenheimer. Marvin Compper holte in der Nachspielzeit einen Elfmeter heraus. Sigurdsson trat an und verwandelte zum verdienten Ausgleich.

Daten & Fakten zum Spiel »

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