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FRAUEN
25.10.2010

DFB-Pokal der Frauen: 1899 schrammt an der Überraschung vorbei

Für die Frauen von 1899 Hoffenheim ist der DFB-Pokal in dieser Saison Geschichte. In der zweiten Runde verlor die Truppe von Trainer Jürgen Ehrmann beim Erstligisten Hamburger SV mit 0:1 (0:0). Dabei zogen sich die Hoffenheimerinnen aber beachtlich aus der Affäre. Über 90 Minuten hielt 1899 gegen den Favoriten mit tollem Team- und Kampfgeist hervorragend dagegen.

Doch viel schmerzlicher als die knappe Niederlage sind drei neue Verletzte, die Ehrmann zu beklagen hat. Schon am Freitag erreichte den Coach die erste Hiobsbotschaft. Die im Pokal ohnehin gesperrte Toptorjägerin Susanne Hartel wird aufgrund eines Anrisses einer Sehne an der Ferse mindestens bis März ausfallen. Zwei weitere personelle Rückschläge musste Ehrmann während der Partie beim HSV verkraften. Noch in der ersten Halbzeit verletzte sich Chantal Fuchs in einem Zweikampf schwer am Knie. Noch ist unklar, wie sehr das Knie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein Kreuzbandriss wird aber nicht ausgeschlossen. Und auch für Kristin Götz war das Spiel aufgrund einer Bänderverletzung frühzeitig beendet. Doch damit nicht genug. In der zweiten Halbzeit erwischte es dann auch noch Sophie Howard. Mit einer Gehirnerschütterung musste sie die Nacht im Krankenhaus verbringen.

1899 macht es den Nordlichtern schwer

Neben all den Verletzungen spielten die beiden Mannschaften auch Fußball. Von Coach Ehrmann sehr defensiv eingestellt machten es die Gäste den Hamburgerinnen sehr schwer, sich Chancen zu erspielen. In der Anfangsphase kam der Erstligist lediglich zu einer Chance, Göransson brachte den Kopfball aus kurzer Distanz aber nicht auf den Kasten. Erst nach 20 Minuten kamen die körperlich überlegenen Hanseatinnen zu ihrer nächsten Möglichkeit. Wieder war es ein Kopfball, Lena Petermann verfehlte das Ziel nur knapp.

Nach den Ausfällen stellte Ehrmann sein Team um, das die Räume weiterhin gut zustellte. Die erste Offensivaktion der Kraichgauerinnen folgte in der 39. Minute. Eine Freistoßflanke von der rechten Seite verfehlte Claire Savin in der Mitte nur um Haaresbreite.

Das Glück bleibt aus

Nach dem Wechsel änderte sich nicht viel. Der HSV fand keine spielerischen Mittel, um die Hoffenheimer Defensive in Verlegenheit zu bringen. Für den Führungstreffer musste dann auch ein Standard herhalten. Eine unberechtigte Ecke - 1899-Keeperin Kristina Kober war zuvor im 5er gefoult worden - verwandelte Aferdita Kameraj zum 1:0, nachdem 1899 den Ball nicht schnell genug aus der Gefahrenzone befördern konnte. Am Spielverlauf änderte sich auch nach der Führung nichts. Der HSV rannte weiter an, Hoffenheim wurde in die Defensive gedrückt. Die Hamburger hatten noch einige Möglichkeiten, auf 2:0 zu erhöhen, schaffte es aber nicht, den Sack zuzumachen. In der Nachspielzeit musste der Favorit sogar noch mal durchatmen. Hoffenheim war komplett aufgerückt, Kober schlug einen Freistoß scharf in den Strafraum, in der Mitte strich einer von 42 Beinen den Ball, der allerdings genau in die Arme von HSV-Keeperin Bianca Wech flog. Am Ende jubelten die Hamburgerinnen über einen knappen 1:0-Erfolg. „Mit ein wenig mehr Glück hätten wir es vielleicht in die Verlängerung schaffen können, die Mannschaft hat trotz den Rückschlägen überragend gefightet", zeigte sich Trainer Ehrmann trotz dem Ausscheiden zufrieden.

Am kommenden Sonntag, 31.10. geht es in der zweiten Bundesliga weiter. Das Team tritt in Crailsheim zum Spitzenspiel zwischen dem Dritten und dem Vierten der Liga an.

Hamburg: Weech, Simon, Freese, Haye, Jokuschies, Ewers (79. Lübcke), Petermann, Kameray, Wübbenhorst (46. Zweigler), Kulig, Göransson (43. Lahr)
Hoffenheim: Kober, Breitner, Howard (77. Baumann), Pankratz, Hafke, Stoller, Savin, Gramlich, Betz, Fuchs (13. Rauschenberger), Götz (35. Scheel)
Tor: 1:0 Kameraj (58.). Schiedsrichter: Derlin (Bad Schwartau). Zuschauer: 159. Karten: Gelb für Götz (28.).

Frauen Oberliga: Karlsruher SC -1899 Hoffenheim II 0:3

Gegen den Karlsruher SC feierte die Reserve von Hoffenheims Zweitliga-Frauen den fünften Sieg im sechsten Spiel. Mit 3:0 entschied 1899 II das Derby für sich und steht mit 16 Punkten weiterhin am Platz an der Sonne in der Oberliga. Die Treffer erzielten Donata Schilliro (zwei) und Antje Scheerer.

Es war ein wichtiger Auswärtserfolg, den die Hoffenheimerinnen verbuchten, denn an der Tabellenspitze geht es sehr eng zu. Neckarhausen liegt punktgleich auf dem zweiten Platz und auch der Drittplatzierte aus Hegau hat nur einen Zähler weniger auf dem Konto. Der Grundstein für den Sieg wurde schon nach fünf Minuten gelegt. Blitzschnell zog Scheerer in den Strafraum ein und konnte dann nur durch ein Foul vom Ball getrennt werden. Der Referee zögerte nicht lange und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Schilliro trat an und verwandelte souverän zum 1:0. In der Folge ergaben sich weitere hochkarätige Chancen für die Gäste, die aber immer wieder an der gut aufgelegten Luisa Diebold im Tor des KSC scheiterten. Die Offensivaktionen des Regionalligaabsteigers aus Karlsruhe hielten sich in Grenzen, die Hoffenheimer Defensive bekam nur wenig zu tun.

Auch nach dem Wechsel dominierte der Tabellenführer das Spielgeschehen und schlugen - wie schon in der ersten Hälfte - nach nur wenigen Minuten zu. In der 48. Minute tauchte Scheerer alleine vor Diebold auf und überwand diese - 2:0. Nach dem zweiten Gegentreffer setzte Karlsruhe alles auf eine Karte und spielte mit drei Spitzen. Der Druck des KSC wurde größer, nennenswerte Tormöglichkeiten ergaben sich aber nicht, da die Abwehrreihen von 1899 nichts zuließen. Die Entscheidung fiel in der 65. Minute. Scheerer setzte sich auf der rechten Seite durch, bediente mit einem Rückpass Schilliro, die zum 3:0 einschob.

Am kommenden Wochenende ist der VfL Munderkingen zu Gast bei 1899 Hoffenheim II. Anstoß im Förderzentrum in St. Leon ist um 12.30 Uhr.

Für 1899 II spielten: Samira Maaß, Sarah Jainta, Lisa Appel, Sandra Henke, Sandra Obländer (52. Marie Langner), Katrin Benig (56. Sarah Hohmeyer), Anna-Mona Leist, Lara Karnahl (68. Marisa Ettner), Jenny Bitzer, Donata Schilliro (73. Lisa Schön), Antje Scheerer (73. Jacqueline Claus).
Tore: 0:1 Schilliro (5./FE), 0:2 Scheerer (48.), 0:3 Schilliro (65.)

Daten & Fakten zum Spiel »

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