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AKADEMIE
10.10.2010

Deutschlands U19 gewinnt in Hoffenheim 2:1 gegen Nordirland

Nach einem am Ende etwas glücklichen 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Nordirland vor 2.200 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion bleibt die deutsche U19-Nationalmannschaft auf EM-Kurs. Im abschließenden Gruppenspiel gegen die Schweiz am Mittwoch reicht bereits ein Unentschieden, um sich den Gruppensieg zu sichern. Der Hoffenheimer Denis Thomalla kam zu einem halbstündigen Einsatz.

Mit der ersten Halbzeit konnte Bundestrainer Ralf Minge überhaupt nicht zufrieden sein. Gegen Ende der 45 Minuten musste er sogar mit ansehen, wie sich seine Elf in die Defensive drängen ließ und nur noch konterte. Ohne den Hoffenheimer Denis Thomalla, der zunächst auf der Bank Platz nahm, startete das DFB-Team gegenüber dem 10:0 gegen Andorra auf zwei Positionen verändert. Die Nordiren, mit einem 0:0 gegen die Schweiz in die Qualifikationsrunde gestartet, machten in erster Linie hinten dicht, die einzige Spitze Caolan Lavery - wie die meisten seiner Kollegen beim einem englischen Klub (Ipswich Town) beschäftigt - versuchte dann und wann etwas Verwirrung zu stiften. DFB-Schlussmann Marc-André ter Stegen blieb allerdings weitestgehend beschäftigungslos und hatte seinen stärksten Auftritt, als er mit einer Finte Lavery im Fünfmeterraum ins Leere grätschen ließ (26.). Ansonsten hatten die 2.200 Zuschauer nicht viel zu bestaunen. Während Nordirlands Coach Steve Beaglehole, der in Personalunion auch Jugendtrainer beim englischen Zweitligisten Leicester City ist, unermüdlich Anweisungen aufs Feld posaunte und beinahe jeden Schritt seiner Spieler vorgab, versuchte die deutsche U19 eine Lücke in der Defensive zu finden. Ein strammer 30-Meter-Schuss des Wolfsburgers Tolga Ciğerci stellte Schlussmann Wayne Drummond vor keine Probleme (21.). Wenn es mal gefährlich wurde, dann über die linke Seite und den Nürnberger Marvin Plattenhardt. Seine Hereingaben köpfte Christopher Buchtmann übers Tor (29.) oder wurden von Nordirlands Kapitän Christopher Hegarty vor dem einschussbereiten Lennart Thy zur Ecke geklärt (34.). Hegarty war auch zwei Minuten später zur Stelle, als der Karlsruher Matthias Zimmermann Christopher Buchtmann in die Gasse geschickt hatte und dessen Pass in den Fünfer wegen Hegarty keinen Abnehmer fand.

Nach der Pause ließ Minge den Kölner Buchtmann in der Kabine, brachte für ihn aber nicht wie am Freitag in Sandhausen Thomalla, sondern den Junglöwen Moritz Leitner. Das Bild auf dem Platz änderte sich dadurch nicht. Eher durch Zufall fiel die Kugel Deutschlands Kapitän Reinhold Yabo vor die Füße, doch sein Schuss aus aussichtsreicher Position wurde von einem nordirischen Abwehrspieler geblockt (52.). Es musste schließlich eine starke Einzelaktion her, um die Führung zu erzwingen. Als Thomalla bereits an der Seitenlinie stand, um eingewechselt zu werden, schnappte sich Leitner den Ball, spazierte durchs Mittelfeld und zog, als er trotz aller Zwischenrufe Beagleholes nicht angegriffen wurde, trocken aus 25 Metern ab. Der Ball schlug im linken Winkel ein (59.), Thomalla musste noch an der Außenlinie jubeln, kam aber wenige Sekunden später für Ciğerci ins Spiel. Nun versprach die Partie interessanter zu werden, denn eine Niederlage würde Nordirlands EM-Traum definitiv beenden. Beaglehole musste also etwas riskieren und die Offensivbemühungen seiner Jungs anheizen. In der 74. Minute hatte allerdings zunächst Yabo die Vorentscheidung auf dem Fuß. Der finnische Unparteiische ahndete einen Schubser Hegartys und deutete auf den Punkt, doch Yabos harmloser Strafstoß wurde zur sicheren Beute Drummonds. Die Partie plätscherte nun etwas dahin, Beagleholes Tonfall klang zunehmend verzweifelter - doch seine Bemühungen wurden belohnt. Nach einem Abwehrschnitzer und einem unnötigen Pressschlag hielt der eingewechselte Liam McAlinden geistesgegenwärtig den Kopf hin, Beaglehole brüllte den Kullerball regelrecht ins Netz - 1:1 (86.). Die Überraschung schien perfekt, doch mit der allerletzten Aktion der Partie, einem Freistoß von halbrechts, fiel dann doch noch der Siegtreffer für Deutschland. Shkodran Mustafi, beim Everton FC unter Vertrag, köpfte die Kugel wenige Sekunden vor Ablauf der Nachspielzeit ins Tor.

„Das war schwer heute, die Nordiren haben aggressiv gepresst", sagte Thomalla nach der Partie. „Es hat Spaß gemacht, vor eigenem Publikum zu spielen, meine ganze Familie war da. Umso schöner, dass uns in der Nachspielzeit auch noch der Siegtreffer gelungen ist." Weiter geht es nun am Mittwoch im Mannheimer Carl-Benz-Stadion. Um 17 Uhr trifft dann die DFB-Elf auf die Schweiz.Die Qualifikation für die Eliterunde hat sie allerdings bereits in der Tasche, da auch der Zweite eine Runde weiterkommt.

Deutschland - Nordirland 2:1 (0:0)
Deutschland: Ter Stegen (Borussia M'gladbach) - Korb (Borussia M'gladbach), Mustafi (Everton FC), Hofstetter (1860 München), Plattenhardt (1.FC Nürnberg) - Zimmermann (Karlsruher SC), Ciğerci (VfL Wolfsburg, 60. Thomalla (1899 Hoffenheim)) - Volland (1860 München, 82. Malli (Borussia M'gladbach)), Yabo (1.FC Köln), Buchtmann (1.FC Köln, 46. Leitner (1860 München)) - Thy (Werder Bremen).
Nordirland: Drummond (Glasgow Rangers) - Bagnall (Sunderland AFC), Hegarty (Glasgow Rangers), Thompson (Watford FC), Jarvis (Aberdeen FC) - Stevens (Southend United, 65. Douglas (Preston North End)), Carson (Ipswich Town) - Gray (Middlesbrough FC, 72. McAlinden (Wolverhampton Wanderers)), Clucas (Preston North End), Dougan (Preston North End) - Lavery (Ipswich Town, 78. Millar (Oldham Athletic)).
Tore: 1:0 Leitner (59.), 1:1 McAlinden (86.), 2:1 Mustafi (90.+3). Zuschauer: 2.200. Schiedsrichter: Mattias Gestranius (Finnland). Karten: Gelb für Ciğerci / Hegarty, Jarvis. Bes. Vorkommnisse: Yabo scheitert mit Strafstoß an Drummond (74.).

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