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U23
11.03.2010

Otmar Rösch: Der Schattenmann

U23-Trainer Markus Gisdol hat derzeit keinen Grund zur Klage. Das liegt auch daran, dass er mit seinem Co-Trainer Otmar Rösch einen Mann an seiner Seite hat, den er nicht nur sehr lange und sehr gut kennt, sondern der im Hintergrund für viele kleine, aber wichtige Dinge zuständig ist. achtzehn99.de stellt den Schattenmann vor.

Gisdol und Rösch stammen beide aus dem Raum Geislingen und kennen sich aus ihrer gemeinsamen aktiven Zeit beim SSV Reutlingen. Der Kontakt brach auch danach nie ab. „Als ich eines Tages in der Zeitung las, dass Markus als Trainer beim SSV Ulm unterschrieben hat, dachte ich nur: Super, da mitzumachen, wäre eine Riesensache." Zwei Tage später rief Gisdol bei ihm an und fragte, ob er nicht sein Co-Trainer werden wolle. Rösch musste nicht lange überlegen... Nach seiner aktiven Laufbahn hatte der 48-Jährige zunächst in seiner Heimatstadt Feldstetten ein Fitnessstudio sowie eine Inline-Schule aufgebaut und nebenbei Trainingslager für Fußball- und Handball-Mannschaften organisiert. Doch nachdem er entsprechendes Personal aufgebaut hatte, packte den ehemaligen Zweitliga-Spieler des SSV Ulm 1846 wieder die Lust, aktiv im Wettkampfsport tätig zu werden. „Fitnesstraining ist eine reine Dienstleistung, bei der man oft den Hund zum Jagen tragen muss. Die Leute wollen eine tolle Figur haben und nichts dafür tun. Der, der am Ende den meisten Einsatz bringt, bist Du selbst." Rösch wollte wieder mit Leistungssportlern zusammenarbeiten, die darauf brennen, sich stetig zu verbessern und auch bereit sind, alles dafür zu tun. Der Reiz, sich Woche für Woche im Wettkampf messen zu lassen, war enorm. Unter dem ehemaligen Assistenten Ralf Rangnicks beim VfB Stuttgart, Peter Starzmann, heuerte Rösch als „Co" beim SSV Reutlingen an und feierte 2006 den Aufstieg in die Regionalliga. Zwei Jahre später verpasste das Team von der Kreuzeiche die Qualifikation für die Dritte Liga nur um einen Zähler. Doch dann gab es in Reutlingen einige Turbulenzen, wie es Rösch vorsichtig ausdrückt. Aus diesem Grund sagte er seinem Freund Gisdol zu. „Wir haben in Ulm sehr gute Ergebnisse erzielt, und als im Sommer Hoffenheim bei Gisdol anklopfte, habe ich ihm gesagt: Das ist eine riesen Chance. Mach das." Gisdol sagte zu - und nahm Rösch mit.

Heute hat Rösch, der Ende 2009 die Prüfung zum Trainer-A-Schein erfolgreich absolviert hat, eine Zweit-Wohnung in Zuzenhausen. Als Co-Trainer ist er bei der U23 nicht nur für taktische Belange mitverantwortlich, sondern auch für die Fitness und Athletik der Spieler. Rösch stimmt die Trainingspläne ab und achtet darauf, dass die Belastungen richtig dosiert sind. „Im Endeffekt stehe ich den Spielern aber nur beratend zur Seite. Ihre direkte Weiterentwicklung können sie nur selbst beeinflussen, indem sie die Strukturen erkennen und die Dinge, die man ihnen sagt, annehmen und umsetzen. Aber zum Glück haben wir eine intelligente Mannschaft und Spieler, die unsere Arbeit wertschätzen." Der Erfolg gibt dem Duo Gisdol/Rösch recht. „Die Kompetenzen sind klar abgesteckt", sagt Rösch. „Markus ist der Chef. Aber wir tauschen uns regelmäßig aus und er baut auf meine Meinung. Meistens sind wir uns einig und wenn nicht, setzt er sich zumindest mit meiner Argumentation auseinander."

An Hoffenheim schätzt er insbesondere die professionellen Strukturen. „Hier gibt es eine Ausbildungsphilosophie und die wird streng verfolgt, ohne dass jemand nach links oder rechts ausschert. Das haben viele andere Vereine noch nicht kapiert. Wenn da ein neuer Trainer kommt, wird alles Bestehende wieder umgekrempelt." Sich in dieses Konzept einzufügen, das galt natürlich auch für das Duo Gisdol/Rösch. „Dazu muss man sehr flexibel sein, aber das haben wir ja vorher gewusst. Außerdem bedeutet das ja nicht, sich klaglos zu unterwerfen - von uns wird erwartet, dass wir uns mit neuen Ideen einbringen und das Ausbildungskonzept fortschreiben." Was ihm ebenfalls imponiert, ist der menschliche Umgang unter der Führung Gisdols - sowohl mit den Funktionären, als auch mit den Spielern. „Es ist immer klar, auf welcher Basis Entscheidungen getroffen werden, und die sind - zumindest aus meiner Sicht, natürlich sieht das vielleicht mal ein Spieler anders - immer sehr fair. In so einem Klima arbeite ich gerne." Rösch hat innerhalb der U23-Truppe eine Brückenfunktion, ist gerade für diejenigen, die mal eine längere Zeit auf der Ersatzbank verbringen, der Vertrauensmann. „Das Vertrauen der Spieler gewinnt man nicht durch Worte, sondern man muss es sich durch sein Verhalten erarbeiten. Wenn ich das Vertrauen der Spieler kriege, sehe ich das als Belohnung und Bestätigung meiner Arbeit." Röschs besondere Wertschätzung gilt Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp: „Für die Jugendspieler, die es hier nicht bis ganz nach oben packen, wird gesorgt. Sie werden sowohl schulisch, als auch in anderen wichtigen Dingen ins Leben gebracht, das ist absolut lobenswert und macht mich richtig stolz, in diesem Verein zu arbeiten."

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