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U23
16.10.2010

5:1 gegen SSV Ulm / U23 bleibt auf Kurs

Mit einem auch in der Höhe verdienten 5:1 (3:0)-Erfolg gegen den SSV Ulm 1846 hat die U23 ihren guten Lauf in der Regionalliga Süd fortgesetzt. Das Team von Trainer Markus Gisdol hält somit Kontakt zu Hessen Kassel und 1860 München II, die beide am 12. Spieltag ebenfalls drei Zähler einfuhren.

Gegenüber dem 5:2-Erfolg beim SV Wehen Wiesbaden II vor zwei Wochen musste Gisdol auf mehreren Positionen umstellen. Kapitän Kai Herdling kehrte nach Gelbsperre zurück, unter der Woche zog sich Robin Szarka im Training eine Prellung zu. Dominik Kaiser ersetzte ihn als linken Verteidiger. „Ich habe noch nie links hinten gespielt, aber das ist kein Problem für mich. Der Trainer hat das so entschieden und ich bin froh, wenn ich zum Einsatz komme und flexibel einsetzbar bin." Der etatmäßige Mittelfeldspieler machte seine Sache sehr ordentlich.

Nach anfänglichem Abtasten nahmen die Hoffenheimer nach und nach das Heft in die Hand und schlugen nach einer Viertelstunde mit ihrer zweiten Chance gnadenlos zu. Marco Terrazzino, der als „Zehner" hinter den beiden Spitzen Kai Herdling und Adam Jabiri eine starke Partie ablieferte, steckte schön auf den Ex-Ulmer Andreas Ludwig durch, der zunächst „Spatzen"-Keeper Holger Betz ausspielte und sich dann aufreizend lange Zeit ließ, ehe er die Kugel zum 1:0 ins Netz schob. Nach einigen weiteren guten Möglichkeiten durch Philipp Klingmann, Pascal Groß und Jabiri ging die Führung auch vollauf in Ordnung.
Dann folgte allerdings ein kleiner Bruch im Hoffenheimer Spiel, als Innenverteidiger Robin Neupert mit Verdacht auf Muskelfaserriss vom Feld musste. Es dauerte etwas, bis sich die Gisdol-Elf neu sortierte und in dieser Phase hatte Spejtim Muzliukaj den Ausgleich auf dem Fuß. Allerdings spitzelte er eine Hereingabe von Florian Treske aus wenigen Metern links am Tor vorbei (32.). Jetzt folgte die stärkste Phase der Platzherren, die dem Nieselregen im Dietmar-Hopp-Stadion trotzten und teilweise herrlichen Kombinationsfußball zeigten. Wieder steckte Terrazzino geschickt die Kugel durch und schickte Klingmann auf die Grundlinie. Dessen Hereingabe wurde von Daniel Reith unglücklich ins eigene Netz abgefälscht (33.) - es sollte nicht der Tag des Innenverteidigers werden... Keine 60 Sekunden später war wieder Ludwig zur Stelle. Jabiri leitete ein Klingmann-Zuspiel direkt auf den durchstartenden gebürtigen Ulmer durch, der diesmal den herauseilenden Betz überlupfte. „Das 3:0 zur Pause geht vollkommen in Ordnung", erkannte auch Ulms Trainer Ralf Becker neidlos an, zumal Jabiri und Groß noch weitere gute Szenen hatten.

Nach der Pause war den „Spatzen" deutlich anzumerken, dass sie es noch einmal wissen wollten, Michael Schürg vergab unmittelbar nach dem Wiederanpfiff freistehend (47.). In der 59. Minute war schließlich für Reith der Arbeitstag beendet, als er gegen Jabiri kurz vor der Strafraumgrenze die Notbremse zog. Doch die Ulmer ließen sich von ihrem Plan, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, nicht abbringen, und verkürzten sogar auf 3:1, als Schürg auf Zuspiel des kantigen Sebastian Grieseck 1899-Keeper Jens Grahl mit einem Schuss ins kurze Eck überwand (71.). Somit lag der Ulmer Angreifer zumindest im internen Duell gegen Herdling um Platz eins in der Regionalliga-Torschützenliste zu diesem Zeitpunkt mit 7:6 vorne.

„Ich wäre gerne mit diesem 3:1 in Unterzahl nach Hause gefahren, das wäre keine Schande gewesen. So hat das Ganze doch das Gefühl einer Klatsche", sagte Becker. Das lag daran, dass die Hoffenheimer nun noch einmal einen Gang hochschalteten. Der eingewechselte Christoph „Locke" Hemlein benötigte wieder einmal keine Anlaufzeit, sondern war sofort auf Betriebstemperatur. Das 4:1 von ihm war eine sehenswerte Einzelaktion, in der er auf engstem Raum im Sechzehner zwei „Spatzen" stehen ließ, zudem noch Keeper Betz ausspielte und schließlich aus spitzem Winkel vollstreckte (77.). Den Schlusspunkt setzte Herdling, der einen Foulelfmeter zum 5:1 in den linken Winkel hämmerte (79.) und somit wieder mit Schürg gleichzog. Zuvor hatte Groß mit einem 30-Meter-Pass Hemlein bedient, der auf dem Weg zu seinem zweiten Tor innerhalb von zwei Minuten von Betz von den Beinen geholt wurde. Schiedsrichter Christof Günsch zeigte auf den Punkt und dem Ulmer Schlussmann die Gelbe Karte - beide Entscheidungen waren korrekt.

Erfreulich auch, dass Marco Schäfer nach langer Verletzung sein Comeback in der U23 gab. Der Heddesheimer wurde zwischen dem Elfmeterpfiff und dem vollstreckten Strafstoß für Terrazzino eingewechselt und feierte sein Saisondebüt. „Das war eine gute Leistung meiner Mannschaft", freute sich Gisdol nach der Partie. „Wir wollten variabel spielen und gut kombinieren. Das ist uns gut gelungen. Das 3:0 zur Pause war trotz der etwas zerfahrenen Anfangsphase okay. Im zweiten Abschnitt haben wir uns in der Offensive schwer getan, sehr nachlässig agiert und waren auch nach dem Platzverweis nicht gierig genug, weitere Tore zu erzielen. Nach dem 3:1 haben die Jungs aber eine richtig gute Reaktion gezeigt." Auf die Frage eines Ulmer Journalisten, wie er mit der Leistung des Doppeltorschützen Andreas „Lude" Ludwig zufrieden gewesen sei, antwortete Gisdol: „Heute hat man gesehen, warum wir ihn nach Hoffenheim geholt haben."

Mit 23 Punkten aus zwölf Partien bleibt die U23 weiter auf Rang drei. Am Sonntag (24. Oktober) steht das schwere Auswärtsspiel beim SC Freiburg II an, ehe am 29. Oktober (Freitag, 19 Uhr) der Tabellenführer Hessen Kassel zum Spitzenspiel ins Dietmar-Hopp-Stadion kommt.

1899 Hoffenheim - SSV Ulm 1846 5:1 (3:0)
Hoffenheim: Grahl - Klingmann, Gulde, Neupert (25. Nyenty), Kaiser - Ludwig, Kamavuaka, P. Groß - Terrazzino (79. Schäfer) - Herdling, Jabiri (66. Hemlein).
Ulm: Betz - Ludmann, Reith, Wiesner, Bückle - Griesbeck, Pangallo, Knorn (86. Presthofer) - Muzliukaj (61. Reichert) - Schürg, Treske (66. Trefzger).
Tore: 1:0 Ludwig (15.), 2:0 Klingmann (33.), 3:0 Ludwig (34.), 3:1 Schürg (71.), 4:1 Hemlein (77.), 5:1 Herdling (79., Strafstoß). Zuschauer: 600. Schiedsrichter: Christof Günsch (Battenberg). Karten: Gelb für Reith, Pangallo, Betz; Rot für Reith (59., Notbremse).

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