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22.10.2010

1899 beim BVB: Topspiel mit Gänsehauteffekt

Eine schwarz-gelbe Wand, aus 80.000 Kehlen schallt „Hier regiert der BVB“, Gänsehautstimmung pur. Die Rede ist vom Signal Iduna Park in Dortmund, das Ziel von 1899 Hoffenheim am 9. Spieltag. „Vor dieser Kulisse wird es für uns sehr schwer“, sagt 1899-Coach Ralf Rangnick.

Nicht nur mit der Kulisse wird Hoffenheim zu kämpfen haben. Im Spitzenspiel trifft der Tabellenvierte auf den aktuellen Spitzenreiter, der auch in der siebten Partie nacheinander einen Dreier einfuhr. Die einzige Niederlage kassierte das Team von Chef-Trainer Jürgen Klopp am ersten Spieltag beim 0:2 gegen Bayer Leverkusen. Danach zelebrierten Nuri Sahin, Lucas Barrios und Co. schnellen, sehenswerten und vor allem erfolgreichen Fußball auf den Spielfeldern der Bundesliga. Die Qualitäten des Gegners kennt auch Rangnick: „Sie spielen sehr diszipliniert und systemtreu. Auf einigen Positionen sind sie überdurchschnittlich gut besetzt. Sie haben das Zeug dazu, über längere Zeit vorne mitzuspielen."

Mindestens einen Punkt entführen

20 Tore hat die gelb-schwarze Borussia bislang erzielt, dabei nur sechs Gegentreffer kassiert. Hoffenheim reist als Außenseiter in den Ruhrpott, was sowohl Rangnick als auch Marvin Compper aber nicht als Nachteil einstufen: „Aus unserer Rolle als Außenseiter müssen wir das Optimale rausholen. Dazu benötigen wir aber eine Topleistung", fordert der Trainer. Und Compper fügt an: „Die meisten denken, dass der BVB seine Serie fortführt. Genau deshalb haben wir eine Chance, was zu holen. Keiner setzt auf uns." Mit welchem System Rangnick „mindestens einen Punkt holen will", ist noch offen. Klar ist aber, dass der Gegner mit dessen Waffen geschlagen werden soll. „Dortmund spielt aggressiv gegen den Ball, genauso müssen wir auch spielen. Außerdem ist es wichtig, das Tempo über 90 Minuten hoch zu halten. Wenn das Tempo im Spiel hoch ist, hat der BVB Probleme", erklärte Compper.

Hilfreich ist sicher auch der Sieg gegen Borussia Mönchengladbach vom vergangenen Wochenende. Mit einem Erfolgserlebnis im Rücken ist es für alle Beteiligten Hoffenheims ein wenig einfacher, gegen den Tabellenführer und die Kulisse anzutreten. Mit Barrios und Shinji Kagawa haben die Borussen zwei treffsichere und gefährliche Stürmer in ihren Reihen. Beide Angreifer erzielten in acht Spielen jeweils vier Treffer. Hoffenheims Defensive sollte gewarnt sein. Doch auch wenn die Viererkette ein weiteres Mal in dieser Saison umgestellt werden muss und in den vergangenen Spielen ein paar Schwächen offenbarte, blickt Compper positiv nach vorne: „Wir haben kein Abwehrproblem. Die Abstimmung in der Viererkette ist schon fast wieder so wie in den ersten Spielen. Wenn jeder seine Aufgabe so gut wie möglich erledigt und wir als Team arbeiten, müssen wir uns vor keinem Angriff fürchten."

Viele Optionen für Rangnick

Während Rangnick im Sturm und im Mittelfeld aktuell sehr gut besetzt ist, klafft in der Abwehr die eine oder andere Lücke. Sowohl Josip Simunic als auch Andreas Ibertsberger fallen verletzt aus. Wie die hinterste Defensivreihe am Sonntagnachmittag bei der Borussia aufläuft, steht noch nicht fest. Viele Alternativen hat Rangnick nicht. Nach seinem Ausfall gegen Gladbach steht Gylfi Sigurdsson wieder zur Verfügung und ist im Mittelfeld genauso eine Option wie Sebastian Rudy. Ob Vedad Ibisevic zum neunten Mal in dieser Saison von Anfang an auflaufen wird, wollte der Coach nicht verraten: „Nach seinem etwas schwächeren Auftritt gegen Gladbach hat er so reagiert wie ich ihn kenne. Er hat im Training Gas gegeben und sich ordentlich präsentiert."

Soviel ist sicher: Um die aufstrebenden Dortmunder zu schlagen, muss 1899 eine Topleistung bringen. Aber wie man in dieser verrückten Bundesligasaison bisher schon gesehen hat, kann jede Mannschaft die andere schlagen. Vielleicht reißt die Dortmunder Serie am Sonntag - Gänsehaut wäre dann sicher auf den Armen der Hoffenheimer Anhänger zu sehen.

Daten und Fakten

Nach vier Bundesliga-Spielen ist die Bilanz ausgeglichen (je ein Sieg). Beide Spiele in Dortmund endeten remis. In der Saison 2007/08 trafen beide außerdem im Pokal-Viertelfinale aufeinander. Der BVB gewann mit 3:1 und zog später ins Finale ein (1:2 n.V. gegen Bayern). Schlägt der BVB 1899 zu Null, würde mit dem 4. Zu-Null-Heimsieg in Folge ein weiterer Dortmunder Vereinsrekord eingestellt werden. Doch Vorsicht: 1899 schoss in den letzten zwölf Ligaspielen in Folge jeweils mindestens ein Tor - gemeinsam mit Freiburg die längste Torserie in der Bundesliga und zudem Vereinsrekord.

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