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U23
18.12.2009

U23 erst im Boxring, dann auf der Planche

Hinter der U23 liegt eine anstrengende Woche. Nicht, dass Trainer Markus Gisdol seine Jungs kurz vor Weihnachten auf dem Trainingsplatz so hart rangenommen hätte.

Es standen auch keine heiklen Spitzenspiele auf dem Programm, die Oberliga Baden-Württemberg befindet sich schon seit zwei Wochen in der Winterpause. Bevor aber Gisdol die Spieler am heutigen Freitag in den verdienten Weihnachtsurlaub entlässt, schickte er sie in den Olympiastützpunkten Heidelberg und Tauberbischofsheim erst noch zum Ausgleichssport in den Boxring respektive auf die Planche.

Im Olympiastützpunkt Heidelberg werden die besten Amateurboxer des Landes ausgebildet. Grund genug für die U23, mal vorbeizuschauen und sich in eine andere Sportart einweisen zu lassen. Begrüßt wurde die 1899-Delegation vom ehemaligen Amateurweltmeister im Fliegengewicht Zoltan Lunka, der anschließend das Aufwärmprogramm vornahm und den Hoffenheimern die Grundtechniken Führhand/Schlaghand zeigte. Dann durften die U23-Spieler ran. Kaum hatten sie die Handschuhe angezogen, flogen schon die Fäuste. Mit Partner und an Sandsäcken durften sie sich warmboxen, dann ging es endlich in den Ring. 90 Minuten lang wurde getänzelt, abgeduckt, gekontert, geschlagen - alles natürlich im friedlichen Rahmen. Während Dennis da Silva durch seine Leichtfüßigkeit und Boxtechnik bestach, legten Christoph Hemlein, Uwe Schlottner und Sebastian Grub einen bemerkenswerten Offensivdrang an den Tag. Die jungen OSP-Boxer, die sich für ihr anschließendes Training in der Halle eingefunden hatten, staunten nicht schlecht über die athletische Grundkonstitution der Hoffenheimer.

Am Donnerstag tauschten die Hoffenheimer im OSP Tauberbischofsheim die Box-Handschuhe gegen den Sportdegen. Nach der Begrüßung durch den dreifachen Weltmeister und Olympiasieger von 1976, Matthias Behr, gab es ein gemeinsames Mittagessen. Danach wurde es ernst: Nach dem Aufwärmprogramm und einer kurzen Einführung in Degen, Säbel und Florett wurde die Schutzkleidung angelegt und der Kabelzug zur elektronischen Trefferanzeige befestigt. Es folgte eine Erklärung in Sachen Grundschritt, Körperhaltung sowie in den Grundtechniken Abwehr/Angriff - dann hieß es schließlich: „En garde!" Insgesamt 19 Spieler sowie die beiden Trainer Markus Gisdol und Otmar Rösch beteiligten sich am großen Fechtturnier, in dem jeder gegen jeden antrat. Wer zuerst drei Treffer verbuchte, ging als Sieger von der Planche. Je mehr sich die Ergebnismatrix füllte, desto spannender wurde es. Am Ende hatten die „jungen Wilden" die Nase vorn. Platz eins belegte René „D'Artagnan" Vollath, nur einen Sieg dahinter landete Christoph „Aramis" Hemlein auf Rang zwei, punktgleicher Dritter mit einem Treffer weniger wurde Robin „Porthos" Neupert.

„Die Achtung vor dem Fechtsport steigt enorm, wenn man mal selbst auf der Planche gestanden hat", sagte Gisdol. „Er ist sehr intensiv, man steht ständig unter einer hohen Körperspannung, muss gute Reflexe haben und immer hochkonzentriert sein." Eigenschaften, die die U23-Spieler in Heidelberg und Tauberbischofsheim an den Tag gelegt haben und nach einer gelungenen Woche ins neue Jahr mitnehmen wollen.

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