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U23
10.11.2009

U20-Länderspiel: René Vollath freut sich auf das Länderspiel im eigenen Wohnzimmer

Ein Länderspiel „im eigenen Wohnzimmer“ – für René Vollath könnte dieser Traum am 13. November Wirklichkeit werden. Der Keeper der U23-Mannschaft steht zumindest im Aufgebot für das U20-Länderspiel gegen Österreich, das um 19 Uhr im Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadion angepfiffen wird, und darf sich berechtigte Chancen auf einen Einsatz machen.

Im Sommer 2008 wechselte der heute 19-Jährige vom 1.FC Nürnberg nach Hoffenheim. Ein Jahr zuvor hatte er sich als Torwart der deutschen U17-Nationalmannschaft, die bei der WM in Südkorea die Bronzemedaille gewann, einen Namen gemacht und in Hoffenheim gute Möglichkeiten gesehen, sich sportlich und persönlich weiterzuentwickeln. Seit der U15 war Vollath regelmäßig beim DFB dabei, nach der U18 fiel er allerdings für kurze Zeit aus dem Blickfeld. „Eigentlich hatte ich das Thema Nationalmannschaft bereits abgehakt", sagt Vollath. Doch vor wenigen Wochen kam die erfreuliche Nachricht aus Frankfurt: Nach der Absage des Herthaners Sascha Burchert wurde Vollath für das Länderspiel am 9. Oktober in der Schweiz nachnominiert. „Ich war völlig überrascht, weil ich in der U19 zwar einige DFB-Lehrgänge absolviert, aber null Länderspiele bestritten habe."

Die Partie in der Schweiz bildete den Auftakt zu einem inoffiziellen Vier-Nationen-Turnier, zu dem nun auch das Match gegen Österreich zählt. Vierter im Bunde ist Italien, wo die DFB-Auswahl am 8. Dezember antreten muss. In der Schweiz wurde Vollath beim Stand von 1:2 aus deutscher Sicht eingewechselt, durfte zunächst den Ausgleich bejubeln - und musste in der dritten Minute der Nachspielzeit das 2:3 hinnehmen. „Der war natürlich unhaltbar", stellt er lächelnd klar. „Abgefälscht." Trainer Steffen Freund, der den bei der U20-WM in Ägypten weilenden Hort Hrubesch vertrat, zeigte sich jedenfalls mit der Leistung des Hoffenheimers zufrieden, die erneute Nominierung gegen Österreich ist nun eine Bestätigung seiner Leistung. „Ich bin froh, endlich wieder dabei zu sein."

Vollath, der in Hoffenheim wohnt, freut sich darüber riesig. „Ein Länderspiel im eigenen Stadion bestreiten zu dürfen, das Glück haben nicht viele. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich spielen werde, neben mir sind schließlich noch der Schalker Mohamed Amsif und der Bremer Felix Wiedwald im Kader, aber wenn ich eine Chance kriege, werde ich zeigen, was ich kann." Das konnte Vollath in letzter Zeit eher selten. Nach einem tollen ersten Halbjahr lief es in der Rückrunde 2008/09 weniger gut für ihn. „Ich habe ein Tief durchlaufen müssen, an dem ich zum Teil selbst schuld hatte. Aber dieses zweite Halbjahr habe ich abgehakt."

Nach dem Sprung von der U19 in die U23 musste sich Vollath bislang mit der Reservistenrolle hinter Jens Grahl begnügen. Lediglich beim 2:1-Erfolg bei der TSG Balingen kam der gebürtige Amberger zum Einsatz. „Das ist natürlich für jeden Spieler keine einfache Situation, aber das Trainerteam um Markus Gisdol bringt mir ehrliches Vertrauen entgegen und ich habe das Gefühl, dass ich mich trotz fehlender Spielpraxis weiterentwickle und in die richtige Richtung bewege. Vor allem die Arbeit mit U23-Torwarttrainer Oliver Tuzyna zahlt sich für mich aus und daher habe ich den Schritt, in Hoffenheim zu bleiben, auf keinen Fall bereut."

Als Teilnehmer des Hoffenheimer Eliteschule-Programms besucht Vollath derzeit die zwölfte Klasse des Wilhelmi-Gymnasiums in Sinsheim. Morgens zwei Stunden Schule, anschließend Training, dann wieder Schule, Nachmittagstraining und schließlich den versäumten Stoff nachholen - der Tagesplan von René Vollath ist sehr straff. „Natürlich will man niemanden enttäuschen, weder im Verein, noch in der Schule, deshalb schaue ich, dass ich sowohl hier als auch dort meine Leistung bringe, was nicht immer einfach ist. Ich versuche aber, das Beste draus zu machen und gute Noten einzufahren."
Die volle Konzentration gilt neben dem schulischen Abschluss also dem sportlichen Werdegang - und kurzfristig dem U20-Länderspiel am 13. November im Dietmar-Hopp-Stadion. Alles in allem ist René Vollath davon überzeugt, in und mit Hoffenheim den richtigen Weg zu gehen. Dass er ein Bursche mit Ecken und Kanten ist, ist ihm sehr wohl bewusst. „Ich bin ein eher hitziger Typ, der auch mal überdreht. Aber wir Torhüter sind wohl alle ein bisschen besonders", kennt er das Klischee über seine Zunft.

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