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09.11.2009

Todo pasa - alles geht vorbei

Todo pasa hat sich Hoffenheims Neuzugang Franco Zuculini auf seinen Körper tätowieren lassen. Vor allem die Zeit nach seinem Wechsel von Racing Club Avellaneda in den Kraichgau war voller kleiner Hindernisse für den 19-Jährigen.

„Anfangs ist es mir sehr schwer gefallen, mich hier zu Recht zu finden. Ich habe mir häufig gewünscht, meine Familie bei mir zu haben. Ich kam vor ein paar Wochen auf einen fremden Kontinent, in eine fremde Umgebung.", macht Franco Zuculini kein Hehl daraus das die Umstellung sehr groß war.

Der in La Rioja geborene und aufgewachsene Argentinier denkt gerne an seine Kindheit zurück und erzählt mit einem Lächeln. „In der Schule war ich nicht besonders gut. Ich habe meine Zeit häufig mit meinen Freunden auf der Straße verbracht, Dabei war natürlich immer ein Ball mit im Spiel." Zu den Freunden in Argentinien hat Zuculini ständig Kontakt über das Internet und auch mit seiner Familie telefoniert der Gaucho täglich oder tauscht sich mit ihnen per Email aus. Mama Viviana, Papa Marcello und Bruder Bruno versuchen Franco so häufig wie möglich in Deutschland zu besuchen. „Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland. Es ist vieles besser geworden. Ich kann selbstständig einkaufen gehen und habe mittlerweile auch eine eigene Wohnung. Lediglich die Sprache macht mir noch Probleme", sagt „Zucu", und fügt weiter an: „Ich lerne fleißig und versuche so viel wie nur möglich Deutsch zu sprechen."

Der zweikampfstarke Mittelfeldspieler hat in Deutschland viele Vorteile erkannt und erklärt, „ die Ordnung in Deutschland ist ausgeprägter. Es ist viel ruhiger und die Sicherheit ist größer als in Argentinien." Vor allem die Altstadt in Heidelberg hat es Zuculini angetan. Doch auch die Bundesliga hat es dem 1,74 Meter großen argentinischen Nationalspieler angetan. „Das Spieltempo in der Bundesliga ist viel höher als in Argentinien. Ich finde die Bedienungen hier klasse, denn der Rasen in jedem Stadion ist in einem absoluten Topzustand. Ich mag den aggressiven und offensiven Fußball der Bundesliga, daher kommt mir auch besonders die taktische Ausrichtung bei 1899 entgegen." Durch seinen Einsatzwillen und Kampfgeist hat sich Zuculini schon jetzt in die Herzen der Fans gespielt. Gegen den 1. FC Nürnberg gelang ihm vor den Augen seiner Familie sein erster Saisontreffer. „Ich habe länger nicht gespielt und wollte dem Trainer das Vertrauen zurückgeben, dass er mich eine Halbzeit spielen lassen hat und ich habe alles gegeben. Das Tor war für mich eine Genugtuung und hat dafür gesorgt, alle Schwierigkeiten zu vergessen. Mir ist eine Zentnerlast von den Schultern gefallen. Es sind auch schwere Momente, wenn man nicht spielt." Nach seinem Debüttreffer hofft Zuculini auf weitere Einsätze für 1899. Mit den Wetterbedingungen hat Zuculini bislang kein Problem, gesteht aber, „die Kälte in Deutschland macht mir nichts aus, aber ich habe noch nie Schnee gesehen und bin sehr gespannt darauf."

Kürzlich hat sich Zuculini, der in Argentinien oft und gerne mit Javier Mascherano verglichen wird, eine Tätowierung auf dem Oberkörper zugelegt: „Todo pasa" steht da in verschnörkelten Buchstaben geschrieben, „Alles geht vorbei". „Jedes meiner Tattoos hat eine besondere Bedeutung für mich. Sie erzählen eine Geschichte und geben mir Kraft", sagt der Hoffenheimer mit der Nummer 36. Diese Rückennummer hat für Zuculini ebenfalls eine Bedeutung „Ich habe diese Nummer bereits in Argentinien getragen und wollte sie unbedingt auch in Deutschland wieder haben. Ich bin in solchen Dingen echt abergläubig." Schon vor seinem Debüt in der Argentinischen Nationalelf war der Name von Franco Zuculini in aller Munde. Verteidiger Eduardo Tuzzio und Zuculini liefern sich in einem Ligaspiel ein Laufduell, und als es scheint, dass Rivers Routinier zuerst an den Ball kommt, beschließt sein Gegenspieler ein wagemutiges Manöver: mit der Stirn voran wuchtet er sich im Tiefflug Richtung Spielgerät, kommt etwas zu spät und landet mit dem Kopf am Schienbein des Kontrahenten, der etwas überrascht zu Boden geht. Schiedsrichter Lunati zeigt die gelbe Karte, Begründung: der Spieler gefährdet sich bei der Aktion selbst. Franco Zuculini aber ist fortan der unumstrittene Publikumsliebling in der Provinz von Buenos Aires und vielleicht auch bald in Hoffenheim.

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