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AKADEMIE
17.09.2009

Perspektivteamtraining mit Chefcoach Ralf Rangnick

In regelmäßigen Abständen lädt Alfred Schön, Perspektivteam-Trainer bei 1899 Hoffenheim, die talentiertesten Spieler von der U15 bis zur U19 zu einer Sonderschicht ein. Am Mittwochnachmittag kamen 18 Nachwuchsspieler in den Genuss, 90 Minuten unter Chefcoach Ralf Rangnick trainieren zu dürfen.

Bevor es allerdings bei diesen Perspektivteamtrainings auf den Rasen geht, steht jeweils ein Vortrag auf der Tagesordnung. Diesmal referierte Thomas Gomminginger, Spielleiter der U23 sowie Laufbahnbegleiter bei 1899 Hoffenheim, über das Thema „Duale Laufbahnplanung". Dem Ex-Profi und früheren Junioren-Nationalspieler, der neben seiner fußballerischen Laufbahn an der Uni Mannheim einen Abschluss zum Diplom-Kaufmann absolvierte und danach 15 Jahre als Führungskraft in der Immobilienwirtschaft arbeitete, ging es darum, die Talente dahingehend zu sensibilisieren, dass Sie neben dem Leistungssport ausreichend Wert auf einen adäquaten Schul- oder Berufsausbildungsabschluss legen und auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung weiterkommen. Neben einer möglichst strukturierten Herangehensweise und Beispielen aus seiner täglichen Arbeit bei 1899 brachte Gomminginger auch eigene Erfahrungen zur Sprache, um rechtzeitig den Blick der Spieler für die Zeit nach einer vermeintlichen Karriere zu schärfen und sie trotz des zeitlich aufwändigen Leistungssports zur bewussten Erlangung anderweitiger Lebens- und Erwerbskompetenzen zu motivieren. „Im Fußball sind insbesondere die Spielklassen Regionalliga und 3. Liga als problematisch anzusehen, da dort in der Regel unter Vollprofibedingungen trainiert wird, der Verdienst nach Steuern und Lebensunterhalt jedoch in keinster Weise ausreichend ist, um ein Mindestmaß an finanzieller Unabhängigkeit für die Zeit nach der aktiven Laufbahn zu erreichen."

Gomminginger nannte einige positive wie auch negative Beispiele früherer, bekannter Bundesligaprofis hinsichtlich ihres Werdegangs nach der Karriere. Die einen, die auch abseits des Fußballplatzes einen erfolgreichen Weg eingeschlagen haben, und die anderen, die heute aus den verschiedensten Gründen ihren Lebensunterhalt als Hartz-IV-Empfänger bestreiten müssen. Als er zuvor die Teilnehmer nach bekannten positiven Beispielen fragte, fiel sofort der Name Christian Eichner. Der 1899-Profi feilt neben seinem Hauptberuf als Fußballprofi an einem Lehramtsstudium und besucht in Heidelberg regelmäßig Vorlesungen in Mathematik, Geographie und Ethik.

Auf dem Rasen begrüßten Ralf Rangnick sowie seine Assistenten Peter Zeidler und Zsolt Petry die Jungs. Nach einer kurzen Ansprache Rangnicks ging es gleich ans Eingemachte. Für den Profi-Trainerstab sind diese Einheiten von besonderer Bedeutung, um sich frühzeitig ein Bild vom Leistungsstand der Nachwuchsspieler machen zu können und sie so früh wie möglich kennen zu lernen. Eineinhalb Stunden übten die Perspektivspieler verschiedene Spielformen mit maximal zwei Kontakten und durften sich dabei wie Profis fühlen.

Für Maurice Hirsch, Kapitän der U17, war es zwar nicht das erste Mal, dass er unter Ralf Rangnick trainierte, die Begeisterung war dennoch groß: „Das ist schon super, wenn man das alles mal sieht und man die Trainingsformen der ersten Mannschaft kennenlernt", sagte der 16-Jährige. „Wenn der Cheftrainer da ist, ist man natürlich besonders motiviert. Und man freut sich umso mehr über Lob."

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