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ALLGEMEIN
09.02.2015

Mitgliederversammlung: Ovationen für Mäzen Dietmar Hopp

Um kurz vor 21 Uhr am Montagabend war es soweit: Die Mitglieder des TSG 1899 Hoffenheim e.V. haben auf der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Sinsheim einstimmig beschlossen, Mäzen Dietmar Hopp die Stimmenmehrheit in der Spielbetriebs GmbH zu übertragen.

Das angekündigte Erscheinen Dietmar Hopps sorgte für einen großen Andrang, knapp 400 Mitglieder waren erschienen und machten von ihrer Roten Karte (Gegenstimme) nicht Gebrauch. Nach den Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft stimmten sie der Entlastung des Vorstands sowie der Wiederwahl des zweiten Vorsitzenden Kristian Baumgärtner zu.

Präsident Peter Hofmann bezifferte die aktuelle Mitgliederzahl auf 6.437. In seiner Begrüßungsrede lobte er den „seit April 2013 eingeschlagenen Weg“ und versprach, auch die kommenden Aufgaben wie bisher „mutig und mit Herzblut“ anzugehen. „Vor allem, dass es zuletzt immer wieder junge Spieler zu den Profis geschafft haben, freut uns sehr“, so Hofmann.

Der „Herr der Zahlen“ Berthold Wipfler führte anschließend in seinem Kassenprüfbericht gewohnt souverän durch die Zahlen des Geschäftsjahrs 2013/14 und bestätigte, dass ein Wirtschaftsprüfer den Jahresabschluss „mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ abgesegnet hat.

Auf großes Interesse stieß der knapp 50-minütige Redebeitrag Dietmar Hopps. Der Mäzen blickte zunächst auf seine fußballerische Vergangenheit bei der TSG sowie auf sein 25 Jahre währendes Engagement als Unterstützer zurück, das einst damit begann, die erste Mannschaft bei der Trainingsarbeit zu unterstützen. Von Anfang an habe dabei aber auch die Jugendförderung eine wichtige Rolle gespielt, die zunächst im Jugendförderkonzept von „Anpfiff ins Leben“ gipfelte und heute mit tatkräftiger Unterstützung dieses gemeinnützigen Vereins unter anderem in der achtzehn99 AKADEMIE seine Fortsetzung findet.

Hopp zeichnete die Aufstiege der ersten Mannschaft nach und erinnerte daran, wie es dazu kam, dass er sich 2005 an die Spitze des Sport-Arbeitskreises der Metropolregion setzte, der den Anspruch formuliert hatte, den Bundesliga-Fußball in die Region zurückzubringen und zu etablieren. „Unser Bestreben war es, die TSG mit unserer seriösen und nachhaltigen Philosophie zu einem Identifikationsobjekt für die Jugend der Region zu machen“, so Hopp, der hinzufügte: „Nicht vergessen werden sollten auch die vielen neuen Arbeitsplätze, die geschaffen werden konnten. Zudem profitierte – und profitiert – die heimische Industrie von den Investitionen in und rund um den Profi-Fußball.“ Mit großer Innovationsbereitschaft und -lust habe sich die TSG nun endgültig in der Bundesliga etabliert.

Im Sinne von "Financial Fairplay" nachhaltig aufgestellt

Seit gut 15 Jahren dürfen Vereine in Deutschland ihren Profibereich in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern. Dabei müssen sie die so genannte 50+1-Regelung beachten, die besagt, dass Investoren in diesen Kapitalgesellschaften nicht die Stimmenmehrheit übernehmen dürfen. Die bislang nur für die Werksklubs Bayer Leverkusen und VfL Wolfsburg geltende Ausnahme wurde nun erweitert. Erstmals gewähren Ligavorstand (DFL) und das DFB-Präsidium einer Einzelperson dieses Privileg. Damit wird nicht nur das Wirken von Dietmar Hopp gewürdigt, es wird auch zum Maßstab künftiger Entscheidungen.

Durch die Übernahme der Stimmenmehrheit bei der TSG – die im folgenden Tagesordnungspunkt einstimmig beschlossen wurde – nimmt Hopp geltendes DFB-Recht wahr. „Wie bei jedem Recht erwachsen aus dessen Wahrnehmung moralische Pflichten“, so Hopp. In diesem Fall seien das die Fürsorge für den Verein und die Region. Mit der Übernahme werde es leichter, sein vielfältiges sportliches und finanzielles Engagement auf den langjährigen substantiellen Erhalt der TSG und weitere Erfolge auszurichten. Dies gelte vor allem für Investitionen in die Infrastruktur und die Jugendförderung.

„Auch nach der Übernahme wird ein Beirat über die wirtschaftlichen und sportlichen Belange der TSG wachen, dabei bleibt die Verantwortlichkeit der Geschäftsführung unangetastet“, versicherte der Mäzen und unterstrich: „Vor allem wird der Stammverein seine Bedeutung behalten!“ Mit der Übernahme werde die TSG 1899 Hoffenheim im Sinne von „Financial Fairplay“ nachhaltig und langfristig aufgestellt und sei dadurch den zukünftigen Herausforderungen gewachsen. Dietmar Hopp wurde von den 384 anwesenden Mitgliedern – davon 178 stimmberechtigte – mit stehend dargebrachten Ovationen von der Bühne verabschiedet.

Ehrungen

11 x Ehrennadel in Silber (25 Jahre Mitgliedschaft): Christa Friederich, Beate Hohenreuther, Marina Bender, Brigitte Dehning, Hilde Rothmeier, Katharina Walter, Silke Ziegler, Gabi Redweik, Heidi Bender, Carola Gilbert und Ingo Binder.

14 x Ehrennadel in Gold (40 Jahre): Karl-Heinz Gilbert, Dieter Koch, Volker Noe, Gerd Ries, Ilse Siebler, Matthias Schoy, Ernst Stoiber, Gerhard Max, Matthias Stech, Uwe Bartmann, Achim Heinlein, Holger Pompe, Uwe Kempny und Ilse Axmann.

2 x Ehrenmitglied (50 Jahre): Rolf Bender und Edwin Bauer.

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